US-Präsident

Trump und Biden liefern sich Schlagabtausch aus der Ferne

Joe Biden, ehemaliger Vizepräsident der USA und demokratischer Kandidat für die Präsidentschaftswahlen 2020, liefert sich aktuell einen Schlagabtausch mit US-Präsident Donald Trump.

Joe Biden, ehemaliger Vizepräsident der USA und demokratischer Kandidat für die Präsidentschaftswahlen 2020, liefert sich aktuell einen Schlagabtausch mit US-Präsident Donald Trump.

Foto: PAUL VERNON / dpa

Washington  Donald Trump und Joe Biden geben in Iowa einen Vorgeschmack auf ein mögliches Duell im Präsidentschaftswahlkampf. Es geht heiß her.

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Zusammen bringen Donald Trump und Joe Biden ab Freitag 149 Jahre Lebens- und Politikerfahrung auf die Waage. Das hindert den amtierenden amerikanischen Präsidenten und seinen nach Umfragen derzeit wahrscheinlichsten demokratischen Kontrahenten bei der Wahl in 17 Monaten nicht daran, sich wie jugendliche Rabauken zu gebärden.

Im Bauern-Bundesstaat Iowa, wo im Februar 2020 der Aufgalopp um die Vergabe des demokratischen Tickets startet, gab es jetzt einen Vorgeschmack auf die Giftigkeit der Auseinandersetzung zweier weißer, alter Männer, die sich wechselseitig in solider Abneigung verbunden sind. Dabei kamen bekannte Drehbücher zur Anwendung.

Trump versucht – wie schon 2016 bei Hillary Clinton – seinen möglichen Widersacher als physisch und psychisch verbrauchten „Dummkopf“ zu charakterisieren. Unter den 23 demokratischen Aspiranten/-innen auf die Kandidatur sei Obamas Vize „geistig der Schwächste“, ätzte Trump. „Und ich liebe es, gegen geistig Schwächere anzutreten.“

Mit Blick auf inner-demokratische Bedenken gegen den 76-Jährigen, der als routiniert, verlässlich aber nur noch bedingt inspirierend gilt, trat Trump im Städtchen Council Bluffs nach: Biden sei eine „Transuse“, ihm fehle schlicht die nötige „Energie“ fürs höchste Staatsamt.

Joe Biden bezeichnet Angriffe von Donald Trump als lächerlich

Der Adressat tat die Attacken im 500 Kilometer entfernten Davenport als „lächerlich“ ab und verlegte seine Breitseiten gegen den Amtsinhaber ins Grundsätzliche. Vier Jahre Trump könne Amerika soeben noch verkraften, sagte der langjährige Senator, vier weitere dagegen nicht, denn Trump sei eine „existenzielle Bedrohung für den Charakter dieser Nation“.

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Biden pflügte mit ernster Mimik durch Beispiele, die Trumps autokratischen Machtanspruch illustrieren sollten. Dazu zählen die momentan vom Weißen Haus mit der Brechstange praktizierte ökonomische Erpressung über Strafzölle, die Missachtung diplomatischer Usancen etwa im Umgang mit Diktatoren wie Kim Jong-un in Nordkorea und die Drangsalierung langjähriger Alliierter wie Deutschland, die Trump (Stichwort: Nato ) ständig unter Druck setzt.

Anstatt weiter herumzuposaunen, „nur ich kann das in Ordnung bringen“, empfahl Biden dem New Yorker Geschäftsmann mit kaltem Lächeln: „Bringen Sie sich erst mal selbst in Ordnung, Donald Trump.“ Bidens Angriffe werden von Trump offiziell als lästige Nebengeräusche abgetan.

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Würde heute gewählt, sähe es für Trump schlecht aus

In Wahrheit ist der Präsident nach Verlautbarungen von Vertrauten mehr als irritiert über die Tatsache, dass aktuelle Umfragen ihn auf nationaler Ebene wie auch auf in fast zwei Dutzend Bundesstaaten trotz blendender Wirtschafts-Daten auf der Verlierer-Straße sehen.

Würde in diesen Tagen gewählt, so hat das renommierte Quinnipiac-Institut gerade ermittelt, würden sechs demokratische Kandidatinnen und Kandidaten (Joe Biden, Bernie Sanders, Kamala Harris, Elizabeth Warren, Pete Buttigieg und Cory Booker) den Amtsinhaber bezwingen; teils mit zweistelligen Prozentvorsprüngen. Joe Biden macht sich, wissend um die begrenzte Belastbarkeit solcher Erhebungen eineinhalb Jahre vor der nächsten Wahl, trotzdem nur einen Reim darauf: „Trump hat Angst“.

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