Kriegsgefahr

Nord- und Südkorea: Die Geschichte einer langen Feindschaft

Kim Jong Un will die Kommunikationsleitung an der Grenze wieder nutzen.

Foto: Uncredited / dpa

Kim Jong Un will die Kommunikationsleitung an der Grenze wieder nutzen.

Seoul  Nordkorea will wieder rangehen, wenn Südkorea anruft. Die sogenannte „Rote-Kreuz-Leitung“ an der Grenze wurde vor Jahren stillgelegt.

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Nordkorea will die gekappte Kommunikationsleitung zu Südkorea an der schwer bewachten Landesgrenze wieder einschalten. Die Leitung im Grenzort Panmunjom solle noch an diesem Mittwoch wiederhergestellt werden, wie der staatliche Rundfunk in Nordkorea ankündigte.

Die beiden verfeindeten Länder hatten seit 2016 nicht mehr über die Telefonleitung miteinander geredet, sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in Seoul.

Kim Jong Un machte Gesprächsangebot

Hintergrund ist ein Gesprächsangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un vom Montag. Südkorea hatte daraufhin am Dienstag vorgeschlagen, in der nächsten Woche ein Treffen auf hoher Ebene an der Grenze in Panmunjom abzuhalten. Es soll dabei um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar und um die Verbesserung der Beziehungen insgesamt gehen. Es wäre das ersten Treffen zwischen den Regierungen beider Länder seit mehr als zwei Jahren.

Daher rührt die Spaltung Koreas

Die Spannungen in der Region haben eine lange Geschichte, die zurück bis zur Spaltung der koreanischen Halbinsel am Ende des Zweiten Weltkriegs reicht. Nach Kriegsende besetzen sowjetische Soldaten den Norden Koreas, die USA den Süden. Drei Jahre später erfolgte die Spaltung in die westlich orientierte Republik Korea im Süden und die kommunistische Demokratische Volksrepublik Korea im Norden.

Im Juni 1950 rückten nordkoreanische Streitkräfte über die Demarkationslinie am 38. Breitengrad in den Süden der Halbinsel vor. Dies war der Auslöser des Korea-Kriegs von 1950 bis 1953. Einen offiziellen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht.

Raketentests sorgen für Spannungen

Die Lage in der Region ist aktuell sehr angespannt, weil Nordkorea die Entwicklung von Mittelstrecken- und Interkontinentalraketen vorantreibt und neben Raketen auch Atombomben testet. Der UN-Sicherheitsrat hat deswegen mit den Stimmen auch Russlands und Chinas schwere Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, die jedoch das Land nicht zur Umkehr bewegen.

Nach Berichten südkoreanischer Medien kam das Gesprächsangebot vom Leiter der für innerkoreanische Angelegenheiten zuständigen Behörde in Nordkorea, Ri Song Gwon. „Aufgrund der Entscheidung der Führung werden wir auf ernsthafte und glaubhafte Weise den Kontakt mit Südkorea aufnehmen“, wurde Ri zitiert. Ziel sei es, über die „potenzielle Entsendung einer Delegation“ nach Pyeongchang zu diskutieren.

Neue Drohungen gegen die USA

Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache angeboten, eine Delegation zu den Olympischen Spielen in der grenznahen südkoreanischen Provinz Gangwon zu schicken. Die beiden Länder könnten sich dazu sofort treffen, schlug er vor.

Das Angebot an Südkorea verband Kim jedoch mit neuen Drohungen in Richtung der USA. Pjöngjang wirft Washington eine feindselige Politik vor. Die gesamten USA seien in Reichweite der nordkoreanischen Atomwaffen, betonte Kim. Der „Atomwaffenknopf“ sei stets auf seinem Schreibtisch. (dpa/rtr)

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