Vorurteil und Wirklichkeit

Studie Ruhr: Hier finden Sie gute Argumente fürs Ruhrgebiet

Thomas Mader.

Thomas Mader.

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Die Studie „Ruhr“ sammelt Argumente gegen vermeintlich objektive Rankings wie den ZDF-Deutschlandatlas. Aber ist sie selber unparteiisch?

Image ist das Bild nach außen, Identität der Blick in den Spiegel. Die beiden Perspektiven unterscheiden sich im Ruhrgebiet so sehr, wie wohl in keiner anderen Region: Der ZDF-Deutschlandatlas zeichnete Gelsenkirchen als abgehängte Stadt. Die Gelsenkirchener wehrten sich mit der lokalpatriotischen Kampagne #401. So schön kann es auf dem hintersten Rang zugehen. Bunte Bilder und flotte Sprüche füllten das Netz, auch wiesen die Stadtchefs der Region immer wieder auf statistische Schwächen des ZDF-Vergleichs hin. Was fehlte, war ein unparteiischer Blick.

Kann die Studie „Ruhr“ der Stiftung Mercator diesen bieten? Ja und nein. Christoph Zöpel und seine beiden Mitautoren sind ausgewiesene Experten, sie haben sich nicht nur auf vorhandenes Zahlenmaterial gestützt und neue Auswertungen vornehmen lassen. Doch ihr freundlicher Blick auf die Region ist bereits in der Fragestellung angelegt. Was sind Vorurteile, wie lauten die Gegenargumente?

Natürlich streiten sie für die Region. Aber das ist auch gut so. Ihr zum Teil überraschender Blick bereichert die Debatte. Denn das Ruhrgebiet ist neben allen Klischees und Zahlen vor allem eines: facettenreich.

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