Fusion

Tata & Thyssenkrupp: Stahlriese verspricht stabile Zukunft

Beim WAZ-Interview: der Vorstandsvorsitzende der Thyssenkrupp AG, Heinrich Hiesinger (rechts) und der Chairman of Tata Steel, Natarajan Chandrasekaran.

Beim WAZ-Interview: der Vorstandsvorsitzende der Thyssenkrupp AG, Heinrich Hiesinger (rechts) und der Chairman of Tata Steel, Natarajan Chandrasekaran.

Foto: Lars Heidrich

Brüssel/Essen.   Thyssenkrupp-Chef Hiesinger und Tata-Chef Chandrasekaran äußern sich im exklusiven WAZ-Interview über die Stahl-Fusion.

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger rechnet mit einer deutlichen Stärkung des Stahlstandorts NRW durch die Fusion mit dem Europa-Geschäft des indischen Herstellers Tata. „Ich bin davon überzeugt: Das Joint Venture mit Tata gibt den Beschäftigten eine stabile Zukunft“, sagte Hiesinger in einem gemeinsamen WAZ-Interview mit Tata-Chef Natarajan Chandrasekaran in Brüssel. Gemeinsam mit Tata gehe Thyssenkrupp „gestärkt und mit einer viel besseren Position in den Wettbewerb“.

Dies sei auch mit Blick auf Unsicherheiten durch die Zollpolitik von US-Präsident Trump wichtig, sagte Hiesinger. Er warnte zugleich vor einer Abschottung der Märkte. „Das Stahlgeschäft, das wir direkt mit den USA machen, ist überschaubar. Besorgt sind wir mehr über die indirekten Effekte“, erläuterte Hiesinger. „Denn Stahl, der künftig womöglich nicht mehr in die USA gelangt, könnte zusätzlich auf den europäischen Markt gelangen. Noch sehen wir diese Auswirkungen nicht, aber das Risiko ist da.“

Auch in diesem Zusammenhang sei die Stahlfusion hilfreich, betonte der Thyssenkrupp-Chef. „Wir als Unternehmen haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das Gemeinschaftsunternehmen ist viel besser gewappnet, um Unsicherheiten zu begegnen, als jeder von uns alleine. Wir können so besser auf das reagieren, was auch immer kommt.“

Nach monatelangen Verhandlungen haben Thyssenkrupp und Tata am Wochenende die Verträge zur Fusion ihrer europäischen Stahlgeschäfte unterschrieben. Mit dem neuen Konzern Thyssenkrupp Tata Steel, der rund 48 000 Mitarbeiter beschäftigt und seinen Sitz in der Region Amsterdam haben wird, soll ein starker Konkurrent für den bisher unangefochtenen Marktführer Arcelor-Mittal entstehen. Tata-Chef Natarajan Chandrasekaran sagte der WAZ, der Zusammenschluss habe eine „starke industrielle Logik“. Denn: „Wir profitieren beide in gleicher Weise erheblich von der Bündelung unserer europäischen Stahlaktivitäten.“

Hiesinger deutete an, dass sich Thyssenkrupp weiter verändern werde. Die Arbeit sei „nie zu Ende“, sagte er. „Und unser Weg ist sehr klar. Thyssenkrupp wird zu einem starken Industrie- und Dienstleistungskonzern. In der nächsten Woche werden wir dazu dem Aufsichtsrat unser geschärftes Strategiebild vorstellen.“

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