Eintrittswelle

SPD zählt über 10.000 Neu-Mitglieder seit Schulz-Nominierung

Sorgt für gute Stimmung bei der SPD: Kanzlerkandidat Martin Schulz (Archiv).

Foto: imago stock&people / imago/biky

Sorgt für gute Stimmung bei der SPD: Kanzlerkandidat Martin Schulz (Archiv). Foto: imago stock&people / imago/biky

Berlin  Die Eintrittswelle in die SPD ist deutlich größer als gedacht: Seit der Schulz-Nominierung zählt die Partei über 10.000 Neu-Mitglieder.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Welle von Neueintritten in die SPD nach Martin Schulz ‘ Nominierung zum Kanzlerkandidaten ist noch deutlich größer als bislang angenommen: Seit der Benennung von Schulz Ende Januar bis Ende Februar – also innerhalb von fünf Wochen – habe die SPD „über 10.000 Neumitglieder gewonnen“, sagte ein Parteisprecher unserer Redaktion.

Mitte Februar hatten die Sozialdemokraten noch von etwa 6000 neuen Mitgliedern gesprochen, doch waren damit nur die Eintritte über das Internet erfasst, nicht die über die Ortsvereine, die jetzt mitgerechnet sind. Die Gesamtmitgliederzahl der SPD beträgt nach Angaben des Sprechers zum Stichtag 28.Februar 438.829 – die SPD ist damit jetzt mit deutlichem Vorsprung mitgliederstärkste Partei vor der CDU.

Mehr Neueintritte als 2016

Schon jetzt seien 2017 mehr Menschen in die SPD eingetreten als im gesamten Kalenderjahr 2015, erklärte der Sprecher. Rund 40 Prozent der Neu-Mitglieder sind nach Parteiangaben jünger als 35 Jahre.

Schulz im Aufwind am politischen Aschermittwoch

Der politische Aschermittwoch, in Deutschland eine gern gepflegte Tradition im Politikbetrieb, wo bei Festzeltstimmung über die politischen Konkurrenten geätzt werden darf, und die eigenen Errungenschaften feuchtfröhlich gefeiert werden. So natürlich auch in diesem Jahr. Im Wahljahr kam auch so richtig Stimmung auf, vor allen bei der SPD. Deren Kanzlerkandidat Martin Schulz sorgt derzeit für ein Umfragehoch und in Vilshofen für ein gerammelt volles Festzelt. Ins Gericht ging Schulz mit der AfD, die keine Alternative für Deutschland sei: "Sie sind eine Schande für die Bundesrepublik." Schulz verteidigte zudem seine von ihm in die Debatte gebrachten Korrekturen an der Agenda 2010 gegen Kritik der politischen Gegner und der Arbeitgeber. Auch die Union bekam ihr Fett weg: "Sie erledigen nichts hintereinander, sondern sie laufen auseinander. Sie stehen auch nicht mehr zueinander, sondern sie arbeiten gegeneinander. Wie auch immer, die sind nicht mehr ganz beisammen. Das ist das Problem dieser beiden Parteien." Horst Seehofer warb beim politischen Aschermittwoch der CSU für die erneute Kanzlerschaft von Angela Merkel erhielt jedoch keine uneingeschränkte Zustimmung der Parteianhänger. In den Applaus der rund 4000 Gäste in Passau mischten sich mehrfach Buhrufe. Über den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz äußerte sich Seehofer nur kurz und warf ihm "Mogelpackungen vor: "Liebe Freunde, wir sind fair. Deshalb sage ich heute, die Tatsache, dass Herr Schulz etwas äußert, ist an und für sich noch nicht der Beweis dafür, dass sie falsch ist. Das ist noch nicht der Beweis, aber wenn er mit dieser Politik fortführt, werden wir ihm diese Mogelpackung nicht durchgehen lassen, und dann heißt in Bayern künftig der Martin Schulz nicht mehr Martin Schulz sondern Martin, der Schummler." Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry attackierte den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulzpersönlichim niederbayerischen Osterhofen: "In früheren Jahren begab sich der Mann wegen krankhafter Selbstüberschätzung - man kann auch sagen: Größenwahn - in eine viermonatige Therapie. Wir sind uns einig, als humorvolle Rechtspopulisten - das Geld kann er sich zurückgeben lassen." Etwas beschaulicher ging es bei den Grünen zu in Köln. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir forderte vom türkischen Präsidenten Erdogan mehr Demokratie ein und sagte vor dem Hintergrund eines möglichen Auftritts Erdogans in Deutschland: "Wir sind eine gastfreundliche Partei. Wir sind die letzten, die sagen, nach Deutschland darf man nicht kommen. Schadet niemandem, wenn er sich Deutschland mal anschaut. Vor allen dann, bitteschön dann auch mit den Ideen der Demokratie zurückgeht." Auch Bundeskanzlerin Merkel soll am politischen Aschermittwoch auftreten und zwar bei ihrem CDU-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern.
Schulz im Aufwind am politischen Aschermittwoch

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte unserer Redaktion: „Die Begeisterung, die uns auf der Straße und in den sozialen Netzwerken entgegengebracht wird, ist umwerfend.“ Der anhaltende Zuspruch von Neu-Mitgliedern sei für die SPD noch wichtiger als die hervorragenden Umfragewerte. „Die vielen Neuen in unserer Partei bringen die SPD im ganzen Land mit Elan und Energie richtig in Schwung“, sagte Barley.

Barley: Wollen stärkste politische Kraft werden

Sie sei deshalb sehr optimistisch, dass es der SPD gelingen werde, bei der Bundestagswahl stärkste politische Kraft in Deutschland zu werden. Barley erklärte, sie spüre bei den Menschen ein großes Bedürfnis nach einem neuen Politikstil: „Martin Schulz bringt als Kandidat genau das mit: Haltung, Kampfgeist und eine klare Sprache.

Er hat die soziale Gerechtigkeit wieder in den Mittelpunkt gerückt und damit den Nerv getroffen“, sagte die SPD-Generalsekretärin.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (9) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik