Heimatkongress

Platte mit Liedern der SS: SPD fragt nach Heinos Geschenk

Dieses Bild stamm von der Internetseite des Heimatministeriums: Heino überreicht Heimatministerin Ina Scharrenbach seine Doppel-LP aus dem Jahr 1981. Ein Geschenk mit Tücken.

Foto: F. Berger

Dieses Bild stamm von der Internetseite des Heimatministeriums: Heino überreicht Heimatministerin Ina Scharrenbach seine Doppel-LP aus dem Jahr 1981. Ein Geschenk mit Tücken. Foto: F. Berger

Düsseldorf.   Heino schenkt der Heimatministerin Schallplatten, darauf ein Lied, das schon die SS sang. Die Opposition im NRW-Landtag fordert Erklärungen.

Die Aufregung um Heinos umstrittenes Geschenk für NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) geht weiter. Nun fordert die SPD-Landtagsfraktion in einer Anfrage Aufklärung.

Die SPD will wissen, unter welchen Umständen der Sänger am Samstag zum Heimatkongress nach Münster eingeladen worden war und wie die Regierung die Lieder beurteilt, die der 79-Jährige und seine Frau Hannelore (75) mitgebracht hatten. Sie hatten Scharrenbach zwei Platten-Alben und vier CDs geschenkt, ausgesucht von Heinos Gattin. Dazu zählt ein LP-Doppelalbum von 1981. Es gilt als Rarität, enthält aber Stücke, die die SS in ihrem Liederbuch hatte – darunter „Wenn alle untreu werden“, ein Volkslied von 1814. Auch andere Titel auf der Platte waren zwischen 1933 und 1945 populär, stammen aber nicht aus dieser Zeit, so das an blutigen Bildern reiche „Der Gott, der Eisen wachsen ließ“ (1812) und „Ich hatt‘ einen Kameraden“ (1809). Das Foto von der Geschenkübergabe hatte das Ministerium selbst ins Internet gestellt.

Die SPD-Abgeordneten Sven Wolf, Christian Dahm und Stefan Kämmerling wollten Heino zwar nicht als „unerwünschte Person“ bezeichnen. Sein Auftritt als „Heimatbotschafter“ auf dem Kongress und sein kurioses Geschenk würden aber Fragen aufwerfen, finden sie. „Warum Heino?“, fragte Dahm. Warum trat in Münster neben dem Sänger, der sich wiederholt gegen Vorwürfe wehren musste, er trage auch rechtes Liedgut vor, kein anderer der 47 „Heimatbotschafter“ des Ministeriums in Erscheinung? TV-Koch Nelson Müller, zum Beispiel, oder der Fußballer Gerald Asamoah. Die SPD spricht jetzt genüsslich von einem „Fehlstart“ der Heimatkampagne und will das Thema weiter ausbreiten.

Aus dem Ministerium wurde kolportiert, man denke gar nicht daran, Heino als „Heimatbotschafter“ zu entfernen. Schon am Tag zuvor hieß es, die Ministerin habe bei der spontanen Geschenkübergabe keine Chance gehabt, den Inhalt der Platten zu prüfen.

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