Bundestagswahl

SPD: Ziele und Mitglieder – Die wichtigsten Fakten

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Scholz setzt auf Rot-Gün - Söder warnt vor "Linksrutsch"

Scholz setzt auf Rot-Gün - Söder warnt vor "Linksrutsch"

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hofft auf eine Mehrheit für eine rot-grüne Koalition nach der Bundestagswahl - auch wenn es für eine Zweier-Koalition derzeit keine Mehrheit gibt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte angesichts schlechter Umfrageergebnisse der Union vor einem "Linksrutsch".

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Berlin  Die SPD ist die älteste Partei Deutschlands. Doch wofür setzt sie sich ein? Die wichtigsten Fakten zur Partei der Sozialdemokraten.

  • Die SPD ist die älteste Partei Deutschlands
  • Traditionell vertreten die Sozialdemokraten die Interessen von Arbeiterinnen und Arbeiter
  • Ziele, Mitglieder und die wichtigsten Fakten: Das sollten Sie über die Partei wissen

Die Geschichte der SPD umfasst mehr als 150 Jahre. Damit gelten die Sozialdemokraten als die älteste noch bestehende Partei Deutschlands – wenn man ihre Vorläufer mit einrechnet: Der „Allgemeine Deutsche Arbeiterverein“ wurde 1863 gegründet.

Schaut man sich die Wahlergebnisse an, ist die SPD inzwischen etwas altersschwach: Seit Mitte der 2000er-Jahre steckt die SPD in der Krise. Lag sie bei der Bundestagswahl 2005 noch fast gleichauf mit der Union, fiel sie 2009 auf das bis dato schlechteste Wahlergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik zurück. 2017 wurde es dann noch bitterer: Die Wahl mit dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz endete mit einem neuen Minusrekord - nur 20,5 Prozent der Stimmen konnte die SPD erreichen.

Mit Olaf Scholz will die SPD nun bei der Bundestagswahl 2021 punkten. Alle wichtigen Fragen zur Partei beantwortet dieser Überblick.

Welche Ziele verfolgt die SPD?

Die SPD will bei einer Regierungsbeteiligung in der nächsten Legislaturperiode die Hartz-IV-Grundsicherung durch ein neues Bürgergeld zu ersetzen. Außerdem soll der Mindestlohn steigen, das Steuerrecht reformiert und ein Tempolimit auf den deutschen Autobahnen durchgesetzt werden. Mehr zum Wahlprogramm lesen Sie hier.

Parteiführung: Wer gehört zum Spitzenpersonal der SPD?

Parteivorsitzende der SPD sind seit dem 6. Dezember 2019 Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Dies hatte einen Linksruck in der Partei zur Folge. Ihr Stellvertreter sind Klara Geywitz, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der ehemalige Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, Serpil Midyatli und Anke Rehlinger. Generalsekretär der Partei und damit oberster Organisator des Wahlkampfs ist Lars Klingbeil.

Als Kanzlerkandidat haben die Sozialdemokraten allerdings Bundesfinanzminister Olaf Scholz aufgestellt. Mit dem ehemaligen Hamburger Oberbürgermeister will die SPD auch Wähler der Mitte von sich überzeugen.

Wie viele Mitglieder hat die SPD?

Im November 2020 hatte die SPD gut 404.000 Mitglieder. Die Zahlen befinden sich im freien Fall - denn kurz nach der Wende kamen die Sozialdemokratinnen und -demokraten noch auf über 943.000 Mitglieder. Trotzdem ist sie damit immer noch die größte Partei Deutschlands.

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Wie hoch ist das Durchschnittsalter der SPD-Mitglieder?

2019 lag das Durchschnittsalter der SPD-Mitglieder bei 60 Jahren. Damit teilt sie sich den zweiten Platz der Parteien mit den ältesten Mitgliedern mit der CSU. Älter sind nur noch die Mitglieder der CDU – die sind nämlich im Durchschnitt 61 Jahre alt.

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Was kostet der Wahlkampf der SPD?

Beim Wahlkampfetat will die SPD dieses Jahr kräftig sparen: 14 Millionen Euro - und damit 10 Millionen Euro weniger als noch zur Bundestagswahl 2017 - kalkuliert der Schatzmeister Dieter Nietan für den diesjährigen Wahlkampf. Der Grund für die Sparmaßnahmen: die sind letzten Wahlergebnisse der SPD. „Auf Dauer können wir uns den Apparat und den Wahlkampf einer 40-Prozent-Partei mit den Einnahmen einer Partei mit zuletzt 20 Prozent nicht mehr leisten“, erklärte Schatzmeister Nietan dem „Spiegel“ 2019.

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Welche Großspenden bekam die SPD 2020?

Im Jahr 2020 bekam die SPD nur eine einzige Großspende über 50.000 Euro. Kurz vor Weihnachten, am 23.12., spendete der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie e.V. den Sozialdemokraten 50.001 Euro.

Wie viele Kanzler stellte die SPD?

Die SPD stellte drei Kanzler, die insgesamt 20 Jahre an der Macht waren: Willy Brandt bekleidete das Amt von 1969 bis 1974, Helmut Schmidt von 1974 bis 1982 und Gerhard Schröder von 1998 bis 2005. Helmut Schmidt war bislang der einzige Bundeskanzler, der durch ein Konstruktives Misstrauensvotum gestürzt wurde.

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Wie oft war die SPD an der Regierung beteiligt?

Die SPD war seit 1949 an elf Regierungen beteiligt. Das erste Mal war es 1966 für die Sozialdemokratinnen und -demokraten soweit, als die Partei eine große Koalition unter Kurt Georg Kiesinger.

Welche Koalitionen ist die SPD eingegangen?

Die SPD-geführten Regierungen unter den Kanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt koalierten jeweils mit der FDP. Unter Bundeskanzler Gerhard Schröder schloss die SPD zweimal eine Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen.

Als Juniorpartner koalierte die SPD unter Kanzler Kurt Georg Kiesinger mit der CDU - ebenso wie in drei Regierungen der aktuellen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Welche Minister hat die SPD gestellt?

74 SPD-Mitglieder hatten Ministerposten, darunter waren 19 Frauen. 29 traten von ihren Ministerposten zurück; mit eingerechnet sind auch diejenigen, die ihre Rücktritte einreichten, weil sie einen anderen Ministerposten oder ein anderes Amt übernahmen. Zuletzt gab Bundesfamilienministerin Franziska Giffey wegen der Diskussionen um ihren Doktortitel ihr Amt ab. Justizministerin Christine Lambrecht übernahm dieses interimsweise bis zur Bundestagswahl.

(fmg)

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