Landwirtschaftsministerin

Schulze Föcking: Liebling der Bauern und Ziel der Opposition

Christina Schulze Föcking ist als Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz am Dienstag zurückgetreten. Foto: Ralf Rottmann

Foto: Ralf Rottmann

Christina Schulze Föcking ist als Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz am Dienstag zurückgetreten. Foto: Ralf Rottmann Foto: Ralf Rottmann

Düsseldorf.  Als Hoffnung der CDU ist Christina Schulze Föcking als NRW-Landwirtschaftsministerin angetreten. Doch sie belastete zuletzt das ganze Kabinett.

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Die hoch gewachsene blonde Ministerin fällt auf - optisch und politisch. Eigentlich war Christina Schulze Föcking im Sommer 2017 als Senkrechtstarterin im Kabinett des nordrhein-westfälischen Wahlsiegers Armin Laschet (beide CDU) vorgesehen. Doch schon kurz nach ihrer Amtsübernahme sah sich die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz ersten Rücktrittsforderungen ausgesetzt.

Ursache waren heimlich gedrehte Bilder von Tierschutzaktivisten im Mastbetrieb der Familie Schulze Föcking, auf denen verletzte Schweine zu sehen waren. Weitere Vorwürfe in anderen Bereichen folgten. Die 41-jährige Mutter zweier Söhne ist staatlich geprüfte Landwirtin. Nach 2002 leitete sie mehrere Jahre den Steinfurter Hof Schulze Föcking, der ihrer Familie schon seit Jahrhunderten gehört.

Ministerin war zum Zeitpunkt der Stall-Aufnahmen nicht für die Tierhaltung verantwortlich

Seit 1999 begab sich die bei Bauern beliebte Strahlefrau auf die Ochsentour durch verschiedene landwirtschaftliche und später auch parteipolitische Gremien, nachdem sie 2006 in die CDU eingetreten war. 2010 wurde sie erstmals in den NRW-Landtag gewählt und zog sich nach eigenen Angaben schrittweise aus der Leitung des Familienhofs zurück. Demzufolge übergab sie nach ihrer Vereidigung im Kabinett auch ihre Geschäftsanteile an ihren Ehemann, der heute als Geschäftsführer firmiert.

Nach Angaben der Münsteraner Staatsanwaltschaft belegen Verträge, dass die Ministerin zum Zeitpunkt der verstörenden Stall-Aufnahmen nicht für die Tierhaltung verantwortlich war. Die Ermittler sahen keinen Anlass, gegen die Ministerin zu ermitteln. Der resoluten Frau aus Emsdetten gelang es bereits zweimal, ihr direktes Landtagsmandat in ihrem Heimatkreis Steinfurt zu verteidigen - zuletzt 2017 mit mehr als 53 Prozent der Erststimmen. In der vergangenen Wahlperiode war Schulze Föcking bereits Vizechefin der CDU-Landtagsfraktion hinter ihrem damaligen Vorsitzenden Laschet.

Schulze Föcking war das bekannteste und unbeliebteste Kabinettsmitglied

Kein anderes Kabinettsmitglied stand so im Visier der Opposition wie Schulze Föcking: neben der "Schweine-Affäre" auch wegen der - aus Sicht von SPD und Grünen politisch motivierten - Auflösung einer "Stabsstelle Umweltkriminalität" sowie einer von ihr angezeigten Hacker-Attacke auf ihr privates TV- und Video-Netz, die sich als schlichter Bedienungsfehler entpuppte.

Aus dem Umweltministerium, das sie von einem Grünen übernommen hatte, wird kolportiert, Schulze Föcking pflege bisweilen einen gutherrenartigen Umgang mit Untergebenen. Laut einer am vergangenen Sonntag veröffentlichten Wählerbefragung für das WDR-TV-Magazin Westpol war Schulze Föcking zuletzt das bekannteste und zugleich unbeliebteste Kabinettsmitglied in NRW: Nur 20 Prozent der Befragten äußerten sich zufrieden über ihre Arbeit. (dpa)

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