Bundestagswahl

CDU lehnt zweites TV-Duell nach Schulz-Forderung ab

Kritik aus dem Netz: Darum wird jetzt ein zweites TV-Duell gefordert

Nach dem TV-Duell hagelt es Kritik: Am Moderator Claus Strunz, an den Fragen, die fehlten – und überhaupt wünschen sich viele Menschen ein zweites Duell.
Mo, 04.09.2017, 06.01 Uhr

Kritik aus dem Netz: Darum wird jetzt ein zweites TV-Duell gefordert

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Berlin  SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Angela Merkel zu einem zweiten Duell aufgefordert. Die Reaktion der CDU ist wenig überraschend.

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, sich noch vor der Wahl einem zweiten TV-Duell zu stellen. Deren Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Merkel lehnt – wie schon vor dem ersten Duell – ein zweites direktes Aufeinandertreffen im Fernsehen ab.

„Zu dem Thema ist alles gesagt“, hieß es am Mittwoch aus der CDU-Zentrale. „Angela Merkel hat gerne an einem TV-Duell teilgenommen. Dieses Format hat sich bewährt. Und dabei belässt sie es.“

Viele Punkte nicht angesprochen

Schulz kritisierte, dass im Schlagabtausch mit Merkel am 3. September viele Punkte, die die Bürger bewegten, gar nicht angesprochen worden seien. „Deshalb habe ich Frau Merkel einen Brief geschrieben und Sie aufgefordert, ein nächstes Duell mit mir zu machen, damit all’ diese Punkte auch diskutiert werden können“, sagte Schulz am Dienstagabend in der ZDF-Sendung „Klartext“ unter Beifall des Studiopublikums.

Wie die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) aus dem Schreiben von Schulz an die Kanzlerin zitiert, argumentiert Schulz darin, im TV-Duell seien die Themen Digitalisierung, Rente und Bildung zu kurz gekommen . „Auch Sie haben die sehr begrenzte Themenauswahl kritisiert. Ich stimme mit Ihnen absolut überein, dass wichtige Kernfragen unseres Landes nicht zur Sprache kamen.“

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Weiter schrieb Schulz: „Die Bürgerinnen und Bürger verdienen eine umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes. Aus diesem Grunde fordere ich ein zweites TV-Duell vor der Bundestagswahl. Ich bin jederzeit dazu bereit.“ Auch die TV-Sender ARD, ZDF, RTL und SAT.1 hatten sich mehr als ein Duell gewünscht.

Sender hätten nach wie vor gerne zwei TV-Duelle

Die Sender halten auch jetzt noch zwei Rededuelle für die beste Lösung. „Das ZDF hat sich angesichts der Themenfülle immer für zwei Duelle eingesetzt. Unsere Einladung steht“, teilte der Sender in Mainz am Mittwoch mit. ARD-Chefredakteur Rainald Becker teilte mit: „Wir haben uns schon im Vorfeld zwei TV-Duelle gewünscht. Dies kann aber nur dann realisiert werden, wenn beide Kandidaten dazu bereit sind, und das war und ist offensichtlich nicht der Fall.“

Ähnlich sehen es die privaten Sender RTL und Sat1. RTL-Chefredakteur Michael Wulf wäre mit einem zweiten Duell einverstanden: „Wir hatten bereits im März an die Politik adressiert, dass wir uns zwei Duelle wünschen würden, um der Fülle an Themen gerecht werden zu können“, sagte er am Mittwoch. „Dazu stehen wir voll und ganz, denn offene Fragen gibt es auch nach 95-minütigen Duell Anfang September mehr als genug. Klares Signal deshalb aus Köln: Wir stehen bereit.“

Sat.1-Sprecherin Diana Schardt erklärte: „Wir haben von Anfang an für zwei Duelle plädiert. Dies wurde bekanntlich abgelehnt. Die Bundeskanzlerin war und ist offensichtlich nur zu einem TV-Duell bereit. Sollte sich dies ändern, sind wir selbstverständlich bereit.“ (dpa/rtr)


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