Corona-Krise

Ministerin Karliczek: Heimunterricht für ältere Schüler

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: Lehrkräften droht noch höhere Belastung.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: Lehrkräften droht noch höhere Belastung.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin.  Bundesbildungsministerin Anja Karliczek über erneutes Homeschooling, Masken im Unterricht und Corona-Schnelltests in den Schulen.

Vor der Bund-Länder-Schalte zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Mittwoch spricht sich Bundesbildungsministerin Anja Karliczek für eine teilweise Rückkehr zum Homeschooling aus. Was das für Lehrkräfte bedeuten würde, und warum der Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn, Schnelltests an den Schulen durchführen zu lassen, möglicherweise nicht umsetzbar ist, erklärt Karliczek im Interview.

Frau Karliczek, was erwarten Sie von der Bund-Länder-Schalte am Mittwoch? Bleiben die Schulen offen, obwohl die Corona-Zahlen immer noch nicht sinken?

Anja Karliczek : In der momentanen Lage gibt es keine Ideallösung für die Schulen. Alle Beteiligten werden immer wieder Kompromisse machen müssen, um möglichst viel Unterricht in den Schulen selbst ermöglichen zu können. Am nächsten Mittwoch gilt es, Leitlinien zu entwickeln, die für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte eine gewisse Planbarkeit ermöglichen.

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An welche Leitlinien denken Sie?

Karliczek : Angesichts des allgemeinen Infektionsgeschehens, aber auch zunehmender Nachrichten von Infektionsfällen an Schulen und einer steigenden Zahl von Quarantäneanordnungen müssen Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen an den Schulen insgesamt erhöht werden. Nach wie vor sind Masken das einfachste Mittel für einen Schutz. Das Tragen von Masken ist angesichts der Gesamtlage zumutbar, auch wenn es gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler eine Belastung ist.

Masken tragen – reicht das? Oder müssen wir zurück zum Homeschooling?

Karliczek : Wechselunterricht sollte insbesondere in den höheren Klassen ins Auge gefasst werden, wenn in der jeweiligen Region die Infektionsbelastung sehr hoch ist. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Schülerinnen und Schüler, die generell eine höhere Betreuung benötigen, vorwiegend in der Schule unterrichtet werden.

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Sind die Schulen inzwischen besser auf digitalen Unterricht vorbereitet als im Frühjahr?

Karliczek : Die Voraussetzungen für den Wechselunterricht haben sich in den vergangenen Monaten verbessert. Die Schulen haben Erfahrungen gesammelt. Außerdem kommen Milliarden-Hilfen des Bundes für die Digitalisierung jetzt mehr und mehr in den Schulen an, auch wenn wir längst nicht da sind, wo wir sein wollen.

Konkret: Wo sehen Sie Fortschritte?

Karliczek : Gute Nachrichten gibt es insbesondere zur vom Bund geförderten Anschaffung von Schülerlaptops für diejenigen, denen bislang ein solches Endgerät nicht zur Verfügung steht. Die Zusatzvereinbarung zur Förderung von Administratoren ist bereits in Kraft getreten, und die zur Beschaffung der Lehrerlaptops liegt den Kolleginnen und Kollegen in den Ländern seit Freitag zur Unterschrift vor.

Allerdings muss gesehen werden, dass Wechselunterricht wie selbstverständlich auch die Teilung von Klassen den Lehrkräften noch mehr abverlangen würde.

Gesundheitsminister Jens Spahn sieht Corona-Schnelltests als Lösung. Sie auch?

Karliczek : Schnelltests an Schulen wären möglicherweise ein Weg, um Quarantänen schneller zu beenden. Hier müsste aber zunächst ermittelt werden, ob genügend Schnelltests verfügbar sind und Tests personell umzusetzen wären.

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