Friedensprojekt

Große Ehre für Gelsenkirchener Projekt zum Ersten Weltkrieg

Das Friedensprojekt der Gelsenkirchener Gesamtschule Berger Feld stellt internationale Kontakte her. Hier stehen Jugendliche aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und Frankreich gemeinsam vor dem Bundestag.

Das Friedensprojekt der Gelsenkirchener Gesamtschule Berger Feld stellt internationale Kontakte her. Hier stehen Jugendliche aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und Frankreich gemeinsam vor dem Bundestag.

Foto: Gesamtschule Berger Feld

Gelsenkirchen-Schalke.   Schüler der Gesamtschule Berger Feld besuchten den Bundestag und das Westminster Abbey. Mehrere Workshops thematisierten den Ersten Weltkrieg.

Freitagmittag, es ist 13 Uhr. Rund vierzig Sitzplätze in der L’Osteria in Schalke sind belegt von Schülern und Lehrern der Gesamtschule Berger Feld. Sie haben sich dort eingefunden, um gemeinsam auf die vergangenen Monate zurückzublicken. Monate, in denen sie an verschiedenen, internationalen Workshops teilgenommen haben.

Monate, in denen es in der Hauptsache um den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren ging. Aber auch Monate, die nicht nur dem Krieg, sondern auch und besonders dem Frieden galten.

Workshops waren Teil des Friedensprojekts

Die Workshops waren Teil des Friedensprojekts der Gesamtschule Berger Feld. Detlev Kmuche, Englisch- und Sportlehrer, gilt als Initiator des Friedensprojekts, bei dem sich Schüler und Lehrer insbesondere mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen.

„Das Projekt existiert seit genau 20 Jahren an unserer Schule“, erklärt er. In diesem Jahr reisten die Jugendlichen nach Frankreich, Belgien, England und Berlin. Unterstützt wurden die Projekte durch Förderungen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.

Im April hatten sich Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule für den Kreativ-Wettbewerb „Together/Gemeinsam“ der britischen Organisation „Never such innocence“ beworben. Vier Schüler erreichten den ersten Platz, darunter Alexandra Sliwinska. Das Bild der Sechstklässlerin „On the Battlefield“ zeigt Menschen, die vor einer Explosion fliehen.

Alexandra Sliwinska gewinnt britischen Wettbewerb

Damit belegte Alexandra in ihrer Altersklasse in der Kategorie „Art/Kunst“ den 1. Platz. und wurde zum offiziellen Gedenkgottesdienst am 11. November, nach London in die Westminster Abbey eingeladen. An dem Gottesdienst nahm auch die britische Königsfamilie teil.

„Ich saß in der zweiten Reihe, so nah, ich hätte sie anfassen können“, erzählt das Mädchen immer noch aufgeregt. Die Preisträger aus Gelsenkirchen wurden zudem in die britische Botschaft nach Berlin eingeladen, wo sie ihre Urkunden erhielten.

Zudem ging es für zwölf Gesamtschüler, anlässlich des Volkstrauertages am Sonntag, 18. November, in den Deutschen Bundestag nach Berlin. Im Rahmen des Projekts „Fußball und Gedenken“ nahmen sie an der Gedenkstunde teil.

So eine Chance hat man nur einmal im Leben

Höhepunkt für die Gesamtschule war eine Rede, in der Jonas Clein (EF) und Anna Leonie Rassmann (Q2) unter anderem vor Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über ihre Erfahrungen berichteten.

Was für eine „große Sache“ hinter der Veranstaltung steckt, sei Jonas, der selbst Fußball bei Schalke spielt, erst in dem Moment aufgefallen: „Wenn ich auf diese Weise etwas zur Erhaltung des Friedens beitragen kann“, sagt der 16-Jährige, „dann will ich das auch in Zukunft tun.“

Auch die 17-jährige Anna sieht die Bundestagsrede als „eine Chance, die man nur einmal im Leben hat“. Für die angehende Abiturientin, die Lehrerin werden möchte, ist die Schule ein Ort, an dem Themen wie Krieg und Frieden an künftige Generationen weitergegeben werden müssen: „Später möchte ich gerne selbst solche Friedensprojekte weiterführen“.

>>> Das Projekt „Fußball und Gedenken“

  • Das Projekt verknüpft das Thema Fußball mit dem Ersten Weltkrieg. Die Schüler besuchten unter anderem Gräber früherer Fußballspieler, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren.
  • Gemeinsam mit Jugendlichen aus dem europäischen Raum entwarfen die Schülerinnen und Schüler Gedenkreden über ihre Eindrücke, die sie im Deutschen Bundestag vorstellten.
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