Psychologische Beratung

Beratungsstelle hilft Essener Medizinstudenten bei Problemen

Psychologin Sabine Vits während einer nachgestellten Beratungssituation. Die Beratungsgespräche mit den Studenten sind streng vertraulich.

Foto: Christof Köpsel

Psychologin Sabine Vits während einer nachgestellten Beratungssituation. Die Beratungsgespräche mit den Studenten sind streng vertraulich. Foto: Christof Köpsel

Essen.   Seit zehn Jahren unterstützt die Psychologische Beratung am Uniklinikum Essen Medizinstudenten. Die Fallzahlen sind auf einem hohem Niveau.

Herausragende Noten im Gymnasium, ein Abitur mit Einser-Durchschnitt und ein Studienplatz im begehrten Fach Medizin. Was für viele nach einer Bilderbuchlaufbahn für künftige Ärzte klingt, kann für manche Studierende zur Last werden.

Erwartungshaltungen im Umfeld, Lernstress, Prüfungsängste und die Erfahrung, das erste Mal zu scheitern – all das sind Probleme, mit denen Medizinstudenten am Universitätsklinikum seit zehn Jahren nicht mehr alleine fertig werden müssen. Sie können die Psychologische Beratungsstelle der Fakultät Medizin in Anspruch nehmen, für die seit April die Diplom-Psychologin Sabine Vits verantwortlich ist.

„Viele waren immer Einser-Kandidaten“

„Die Beratung ist ein offenes Angebot für alle Medizinstudenten. Wann immer sie das Gefühl haben, sie stecken fest“, sagt Vits. Und gerade dieses Gefühl kann bei jungen Medizinstudenten schnell auftreten, erklärt die 38-Jährige. „Viele sind glatt durch die Schule gegangen und waren immer Einser-Kandidaten. Im Studium erleben sie zum ersten Mal, dass man auch scheitern kann.“

Eine Beobachtung, die auch Prof. Manfred Schedlowski gemacht hat. Der Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie hat die Beratungsstelle im Jahr 2008 ins Leben gerufen: „Kollegen und Studenten haben uns angesprochen. Der Beratungsbedarf war da.“

Hilfsangebot soll leicht zugänglich sein

Mit dem Angebot habe man den Besonderheiten des Medizinstudiums in Essen Rechnung getragen, erklärt Schedlowski. So sei vor allem der separate Campus ein Grund gewesen, eine eigene Beratung anzubieten. Für Studenten sei man so leicht zugänglich.

Um Berührungsängste abzubauen, ist die Beratungsstelle von Sabine Vits etwas abseits in einem Laborgang untergebracht. Zwar sei die Akzeptanz, psychologische Beratungsangebote anzunehmen, in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, wie Schedlowski erklärt, doch selbstverständlich sei die Suche nach Hilfe noch nicht.

Termine nur nach Vereinbarung

Deshalb bietet die Diplom-Psychologin auch keine offenen Sprechstunden an, bei denen sich Studenten im Wartebereich über den Weg laufen könnten, sondern vereinbart jeweils individuelle Termine. Dabei versucht sie, die verengten Perspektiven vieler vor allem junger Studenten wieder etwas zu weiten und neu einzuordnen. Auch das Hinterfragen bestehender Glaubenssätze oder das Aufstellen eines Lernplanes mit ausreichend Pausen sei hilfreich.

Bis zu 15 Anfragen pro Woche

So könne sie vielen Studenten innerhalb von drei Sitzungen effektiv helfen. Aber auch bei tiefergehenden Probleme, wie etwa Depressionen, Ess- und Angststörungen, bietet Vits Hilfe an. Sie vermittelt an niedergelassene Kollegen und koordiniert die Überbrückungsphase während der Wartezeit.

Die Nachfrage nach psychologischer Beratung ist im Medizinstudium auf einem konstant hohen Niveau, so Prof. Manfred Schedlowski. Pro Woche erreichen die Stelle gut zwölf bis 15 Nachfragen.

Beratungsangebote des Studierendenwerks

Neben dem Angebot des Universitätsklinikums bietet auch das Studierendenwerk Duisburg-Essen Beratungen an.

Das Angebot unterteilt sich in einer Soziale Beratung und eine Psychologische Beratung. Offene Sprechstunden gibt es dienstags von 13 bis 15.30 Uhr und donnerstags von 11 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung.

Im Jahr 2017 zählte man dort 1473 Beratungskontakte. Die Nachfrage steigt.

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