Maritime Konferenz

See-Gipfel: Bund zieht Friedrichshafen Duisburg vor

Duisburg soll trotz seines bedeutenden Hafens offenbar doch nicht zum Standort der bedeutenden Maritimen Konfernez  der Bundeskanzlerin im kommenden Jahr werden.

Foto: Hans Blossey

Duisburg soll trotz seines bedeutenden Hafens offenbar doch nicht zum Standort der bedeutenden Maritimen Konfernez der Bundeskanzlerin im kommenden Jahr werden. Foto: Hans Blossey

Essen.   FDP-Abgeordneter kritisiert Absage des Bundes. IHK fordert Landesregierung zu neuen Bemühungen auf, den See-Gipfel nach Duisburg zu holen.

Duisburg wird offenbar doch nicht Ausrichter der bedeutenden Maritimen Konferenz der Kanzlerin im nächsten Jahr. Nach Angaben des Klever FDP-Bundestagsabgeordneten Bernd Reuther will der Bund den See-Gipfel, zu dem bis zu 800 Vertreter der Branche erwartet werden, nach Friedrichshafen am Bodensee vergeben. Reuther beruft sich auf hochrangige Regierungskreise. Das Wirtschaftsministerium wollte sich dazu auf Anfrage dieser Zeitung zunächst nicht äußern.

„Die Entscheidung der Bundesregierung ist völlig unverständlich. NRW ist der Logistik-Standort Nummer eins in Deutschland“, sagte Reuther. Nicht nachvollziehbar sei zudem, dass die Rivalität zwischen den deutschen Häfen und Rotterdam erneut aufflamme.

„Unser Seehafen ist Rotterdam“

Nach Informationen des FDP-Abgeordneten ist der Bundesregierung sauer aufgestoßen, dass sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei seinem Besuch der Niederlande im Herbst des vergangenen Jahres lobend über den Seehafen nahe der holländischen Nordseeküste geäußert hatte.

Laschets Satz „Unser Seehafen ist Rotterdam“ sollen die begeisterten Niederländer sogar in eine Glasschale eingraviert haben, die Laschet übergeben wurde. Schon in seiner Regierungserklärung hatte der Ministerpräsident 2017 betont: „unser Seehafen heißt nicht Hamburg, sondern Rotterdam“ – und damit bundesweit für Aufsehen in der maritimen Branche gesorgt.

IHK gibt die Hoffnung noch nicht auf

Noch vor wenigen Tagen hatten Kammern, Verbände und namhafte Unternehmen aus NRW an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Peter Altmaier appelliert, den See-Gipfel nach Duisburg zu vergeben.

Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK zu Duisburg, will die Hoffnung aber noch nicht aufgeben, „Wir haben ein starkes Bündnis aus Wirtschaft und Politik. Wir würden uns wünschen, dass die Landesregierung einen neuen Versuch unternimmt, die Maritime Konferenz doch noch nach Duisburg zu holen“, sagte Dietzfelbinger.

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