Landeskirche

Rheinische Kirche beschließt Haushalt - Überschuss für 2020

Sinkende Mitgliederzahlen machen der Kirche zu schaffen - auch in finanzieller Hinsicht.

Sinkende Mitgliederzahlen machen der Kirche zu schaffen - auch in finanzieller Hinsicht.

Foto: Arne Dedert / dpa

Bonn.  Noch steht es gut um die Einnahmen der Evangelischen Kirche. Doch wie lange noch? 2023 soll der Gemeinde-Finanzausgleich reformiert werden.

Die Evangelische Kirche im Rheinland stellt sich auf sinkende Kirchensteuer-Einnahmen ein. „Es ist schwer vorhersagbar, wann der Wendepunkt sein wird“, sagte Oberkirchenrat Bernd Baucks bei der Landessynode an diesem Samstag (6. September 2019) in Bonn. Bislang profitiert die Landeskirche bei der Kirchensteuer trotz sinkender Mitgliederzahlen noch von den sehr günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das werde aber nicht so bleiben, so Baucks.

Zumindest für das kommende Jahr wird aber noch einmal von höheren Kirchensteuer-Einnahmen ausgegangen. Der Haushalt, den die 206 Delegierten in Bonn beschlossen haben, sieht 750 Millionen Euro vor – sechs Millionen mehr als im laufenden Jahr. Zwei Drittel der Ausgaben sind Personalkosten. Trotzdem bleibt noch Geld für neue Akzente. So sind 600.000 Euro für das Projekt Erprobungsräume vorgesehen, mit dem die Landeskirche innovative Gemeindeformen anschieben will. 730.000 Euro sind geplant für ein Jugendcamp in Mülheim/Ruhr und weitere Aktivitäten in der Jugendarbeit. Kommt alles wie geplant, so könnte das Jahr 2020 sogar mit einem Überschuss von 930.000 Euro abgeschlossen werden. So sieht es jedenfalls der Haushalt vor.

Anstieg erfolgt stufenweise

Im Jahr 2023 soll es eine große Reform der Kirchensteuerverteilung geben. Das Ziel: mehr Planungssicherheit für die Gemeinden und mehr Verteilgerechtigkeit. Bis dahin wird der Finanzausgleich unter den Kirchenkreisen moderat angepasst, wie das Kirchenparlament beschlossen hat. Der allen Gemeinden zustehende durchschnittliche Kirchensteuerbeitrag pro Mitglied soll stufenweise um jährlich 0,5 Prozentpunkte steigen. Die von Emmerich bis Saarbrücken reichende rheinische Kirche ist mit mehr als 2,5 Millionen Protestanten in 37 Kirchenkreisen und 687 Gemeinden die zweitgrößte Landeskirche bundesweit.

Erheblich teurer wird die Einführung einer Finanzsoftware. Statt der ursprünglich veranlagten 7,86 Millionen Euro werden jetzt wohl mehr als 12 Millionen Euro fällig, wie der Leitende Jurist der Landeskirche, Johann Weusmann, berichtete. Ein wenig rühmlicher Grund ist, dass in der ursprünglichen Kalkulation ein Mehrwertsteuerbetrag von 700.000 Euro schlicht übersehen worden war; vor allem aber gab es auch erhebliche Mehrkosten durch Softwareerweiterungen und zusätzliche Beratungsleistungen – für die nicht nur Computerexperten herangezogen wurden, sondern auch Juristen.

Holpriger Start in Kleve

Die Software war im Januar 2019 im Kirchenkreis Kleve ziemlich holprig gestartet. Es folgten der Friedhofsverband Wuppertal, der Kirchenkreis Trier sowie das Landeskirchen – und überall gab es Probleme, mehr oder weniger groß. Mittlerweile scheinen die aber im Griff. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Einführung der Software in den anderen Kirchenkreise zum 2. Januar 2019 starten kann. Allerdings: Nur wenn die Einführung auch bis zum 30. Juni abgeschlossen ist, werden die Mehrkosten nicht noch weitere steigen. „Jede weitere Verzögerung wird weitere Kosten verursachen“, gab Weusmann zu bedenken.

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