Verkehr

„Das Revier braucht dringend den großen Wurf im Nahverkehr“

Fordert weitere Großinvestitionen im Ruhrgebiet: Ulrich Paetzel, Vorstandsvorsitzender der

Foto: Lars Heidrich

Fordert weitere Großinvestitionen im Ruhrgebiet: Ulrich Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Foto: Lars Heidrich

Essen.   Der Chef der Emschergenossenschaft, Ulrich Paetzel, hat weitere Großinvestitionen im Revier gefordert. Er nannte hier vor allem den Nahverkehr.

Der Vorstandsvorsitzende der Emschergenossenschaft (EG), Ulrich Paetzel, sieht in dem milliardenschweren städteübergreifenden Mammutprojekt „Emscher-Umbau“ eine Blaupause für künftige Großvorhaben in der Region. Er forderte weitere gemeinsame Vorstöße, um einen Fortschritt für das Revier zu erzielen und identifizierte den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs als dringendstes Problem.

„Wir kämpfen alle mit dem Stau, auch die nächste sechsspurige Autobahn wird das nicht ändern“, sagte Paetzel im Interview mit der WAZ (Lesen Sie hier das ganze Interview im Wortlaut). „Wir brauchen einen richtig großen Wurf: ein U-Bahn-System oder einen Mix aus U-Bahn und Busspuren auf den Autobahnen.“ Nötig sei im öffentlichen Nahverkehr „ein neues massives Generationenprojekt fürs Revier, das wir gemeinsam finanzieren müssen“, forderte der 46-jährige Chef des öffentlich-rechtlichen Wasserverbandes.

Städte der Region haben zusammengearbeitet

Paetzel unterstrich, dass die seit den 1990er-Jahren laufende Aufwertung der Emscher von der einst betonierten oberirdischen Kloake zum sauberen Gewässer gezeigt habe, wie gut die Städte der Region zusammen arbeiten können. An den Plänen zum Bau von über 400 Kilometern Abwasserkanälen in bis zu 40 Metern Tiefe, großen Pumpwerken sowie der Gestaltung von Auenlandschaften und Radwegen waren Dutzende städtische und regionale Behörden beteiligt. „Wir sollten vom Emscher-Umbau lernen“, fordert der frühere Bürgermeister der Stadt Herten (SPD). Das Großprojekt sei gelungen, weil sich die Städte geeinigt hätten, einer Organisation Aufgaben zu übertragen und dabei geblieben sind. „Aus meiner Sicht muss das zwingend auch in anderen Bereichen geschehen“, so Paetzel

Der Emscher-Umbau gilt als international herausragendes Infrastrukturprojekt, das die Region erheblich prägen wird. Der Kern des über fünf Milliarden Euro teuren Vorhabens ist ein 51 Kilometer langer unterirdischer Abwasserkanal zwischen Dortmund und der Rheinmündung in Dinslaken. Er wird ab September schrittweise in Betrieb genommen und soll das Abwasser aus einem Gebiet mit rund 2,4 Millionen Menschen ableiten. Paetzel betonte, durch die saubere Emscher würden bislang benachteiligte Quartiere aufgewertet. „Wenn alles fertig ist, haben wir die infrastrukturelle Voraussetzung dafür geschaffen, dass diese Metropole die Entwicklung der Emscherregion weiter vorantreiben kann.“

Leserkommentare (5) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik