Airport Düsseldorf

NRW-Ministerium: Fluglärm ist auch nach 23 Uhr hinnehmbar

Anwohner des Düsseldorfer Flughafens beschweren sich seit langem über den Lärm, den startende und landende Flugzeuge erzeugen.

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Anwohner des Düsseldorfer Flughafens beschweren sich seit langem über den Lärm, den startende und landende Flugzeuge erzeugen. Foto: dpa

Düsseldorf/Essen.  Lärmgeplagte Anwohner müssen hohe Zahl an Landungen nach 23 Uhr am Düsseldorfer Flughafen ertragen. Darauf verweist das NRW-Verkehrsministerium.

Gerade späte Flüge sorgen im Umfeld des Düsseldorfer Flughafens schon lange für Ärger. Doch Flugbewegungen, „die unter Ausnutzung der Verspätungs-Tatbestände oder auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung der Luftaufsicht erfolgen, sind rechtlich zulässig und daher hinzunehmen“, stellte eine Sprecherin des NRW-Verkehrsministeriums auf Anfrage klar. Es werde nicht gegen geltende Betriebszeiten verstoßen. Die sind bei Starts von 6 bis 22, bei Landungen bis 23 Uhr, in Verspätungsfällen maximal bis Mitternacht.

Betroffene sind empört: „Wenn ei­ne Ausnahme zur Regel wird, dann ist doch die Frage, was man dagegen unternimmt“, sagt Werner Kindsmüller von der Initiative „Kaarster gegen Fluglärm“. Nach Aufzeichnungen des Essener Vereins „Bürger gegen Fluglärm“, der unter anderem die öffentlichen Daten des Düsseldorfer Flughafens täglich auswertet, setzten im Juli 375 Maschinen nach 23 Uhr auf. Es sei der zweithöchste gemessene Wert überhaupt gewesen. „So kann es nicht weitergehen“, sagt Georg Regniet aus Kettwig, der die Zahlen für den Verein sammelt.

Kampf gegen massive Verspätungen

Der Düsseldorfer Flughafen kämpft in diesem Jahr mit massiven Verspätungen, die auch in die späten Abendstunden hineinreichen. Im Pünktlichkeitsreport von OAG, ei­nem weltweit aktiven Dienstleister, rutschte er im Mai mit fast 40 Prozent unpünktlicher Abflüge auf die hintersten Plätze von 1200 verglichenen Airports. Im Juli landeten laut Berechnungen der Initiativen 30 Prozent der Flugzeuge mit Verspätungen, bei den Starts seien es 70 Prozent gewesen.

Der Flughafen selbst kommt mit einberechneten Rollfeldzeiten in seiner Statistik auf niedrigere Werte. Sprecher Christian Hinkel räumt allerdings ein: „Die Juli-Zahlen stimmen uns als Flughafen auch nicht zufrieden, niemand hat ein Interesse an Verspätungen.“ Auf viele Faktoren wie das Wetter, Streiks oder einen überfüllten Mittelmeer-Raum, weil Urlauber nun Ziele im Südosten mieden, habe der Flughafen aber keinen Einfluss.

Ein Genehmigungsantrag, künftig an acht Betriebsstunden täglich bis zu 60 statt 47 Starts und Landungen je Stunde abwickeln zu dürfen, liegt beim Verkehrsministerium. Die Sorge der Anwohner, dass es dann noch schlimmer würde, sind dem Minister bekannt: „Sie sind Bestandteil der ergebnisoffenen Prüfungen.“

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