Bildung

NRW -Landtag stimmt zu: Hauptschüler dürfen in Realschule

In NRW sollen Realschulen auch einen Hauptschul-Bildungsgang anbieten können.

Foto: Zoltan Leskovar

In NRW sollen Realschulen auch einen Hauptschul-Bildungsgang anbieten können. Foto: Zoltan Leskovar

Düsseldorf.   Realschulen sollen künftig in NRW auch Hauptschüler aufnehmen. Der Landtag stimmte den Plänen am Mittwoch zu, gegen die Stimmen von SPD und Grüne

Realschulen in NRW sollen schon ab der 5. Klasse Hauptschul-Bildungsgänge anbieten können. Diesem Antrag von CDU und FDP zur Änderung des Schulgesetzes stimmten die beiden Regierungsfraktionen und die AfD im Landtag zu.

Hintergrund ist die Krise der Hauptschulen: Von den 318 Hauptschulen im Land sind laut Regierung 155 wegen sinkenden Anmeldezahlen von der Schließung bedroht. Um Kindern mit Hauptschulempfehlung dennoch ein wohnortnahes Angebot machen zu können, sollen die Realschulen diese Schüler aufnehmen dürfen. „Der Handlungsdruck ist groß“, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). SPD und Grüne laufen dagegen Sturm und sprechen vom „Bruch des Schulfriedens“.

SPD: Elternwille wird missachtet

Hauptschulzweige in Realschulen soll es nicht überall geben. „Es geht um Kommunen, in denen es keine Hauptschule mehr gibt“, erklärte FDP-Schulexpertin Franziska Müller-Rech. Vielfalt bei den Schulangeboten verbessere die Bildungschancen aller Kinder. Der Opposition warf sie vor, den Weg zur „Einheitsschule“ zu suchen.

Mit Empörung reagierten Sozialdemokraten und Grüne. „Handstreichartig“ sollten hier die Realschulen um einen Hauptschulzweig erweitert werden, wetterte Jochen Ott (SPD). „Damit wird der Wille Tausender Eltern missachtet, die ihr Kind an einer Gesamtschule anmelden wollen und es nicht können.“

„Sie kommen mit dem gescheiterten Modell der Verbundschule wieder um die Ecke statt die Sekundar­schulen zu stärken und sie zu Gesamtschulen weiter zu entwickeln“, warf Sigrid Beer (Grüne) CDU und FDP vor. Während der Verband „Lehrer NRW“, in dem viele Real- und Hauptschulpädagogen organisiert sind, den Vorstoß begrüßte, reagierte die Lehrergewerkschaft VBE skeptisch. „Das ist alter Wein in alten Schläuchen“, sagte VBE-Landeschef Stefan Behlau. „Die Realschule kämpft schon jetzt mit zu großen Klassen und einer vielfältigen Schülerschaft, weil die nötigen Ressourcen fehlen.“

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