Merkel fordert Konsequenzen aus dem Fall Amri

Mailand/Berlin.   Vier Tage nach dem Anschlag von Berlin ist die Flucht des mutmaßlichen Attentäters beendet: Der gesuchte Tunesier Anis Amri wurde in Italien bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Am Vormittag teilte Italiens Innenminister Marco Minniti mit, dass Amri in der Nacht zu Freitag bei Mailand von Polizisten erkannt worden sei. Der Verdächtige habe sofort eine Pistole gezogen und sei daraufhin von einem Polizisten erschossen worden.

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Vier Tage nach dem Anschlag von Berlin ist die Flucht des mutmaßlichen Attentäters beendet: Der gesuchte Tunesier Anis Amri wurde in Italien bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Am Vormittag teilte Italiens Innenminister Marco Minniti mit, dass Amri in der Nacht zu Freitag bei Mailand von Polizisten erkannt worden sei. Der Verdächtige habe sofort eine Pistole gezogen und sei daraufhin von einem Polizisten erschossen worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel dankte den italienischen Behörden und kündigte an, der Fall Amri werde genau untersucht. Es müsse überprüft werden, inwieweit staatliche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit verändert werden müssten, betonte Merkel „Unsere Demokratie, unser Rechtsstaat, unsere Werte, unsere Mitmenschlichkeit: sie sind der Gegenentwurf zur hasserfüllten Welt des Terrorismus“, sagte Merkel mit Blick auf die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS), die die Urheberschaft des Anschlags mit zwölf Toten beansprucht. Merkel sagte weiter, sie habe in einem Telefonat mit Tunesiens Präsident Beji Caid Essebsi erklärt, die Zahl der Abschiebungen müsse erhöht werden.

„Ich bin sehr erleichtert, dass von diesem Attentäter keine Gefahr mehr ausgeht“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Zugleich wiesen beide darauf hin, dass die Terrorgefahr in Deutschland damit nicht gebannt sei. Die Bedrohungslage habe sich nicht geändert und bleibe hoch, sagte de Maizière. Der Innenminister erklärte, die Identität des mutmaßlichen Attentäters sei mittels Fingerabdrücken geklärt worden. Die deutschen Ermittler hatten Amris Fingerabdrücke an dem Lkw gefunden, der am Montagabend – vermutlich von dem 24-Jährigen – vorsätzlich auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gesteuert wurde.

Vertreter der Bundesregierung und Generalbundesanwalt Peter Frank betonten, dass der Tod des Verdächtigen nicht das Ende der Ermittlungen sei. Große Bedeutung habe die Frage, ob der Verdächtige bei Vorbereitung, Ausführung und Flucht ein Unterstützernetzwerk beziehungsweise Mitwisser und Helfer hatte, sagte Frank.

Vorerst in Polizeigewahrsam sind zwei im Kosovo geborene Brüder (28,31), die im Verdacht stehen, einen Anschlag auf das Oberhausener Einkaufszentrum Centro geplant zu haben. Spezialeinheiten der Polizei hatten die Männer in der Nacht zum Freitag in einer Wohnung in Duisburg festgenommen. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen nicht davon aus, dass ein Anschlag unmittelbar geplant war. Auch wird keine Verbindung zum Tunesier Amri gesehen

„Die Polizei hat gestern in Duisburg und Oberhausen schnell und entschlossen gehandelt“, lobte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). „Jetzt müssen die Ermittlungen mit Hochdruck vorangetrieben werden, um alles über die Pläne der Festgenommenen und mögliche Hintermänner herauszufinden.“

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