Sicherheitspartnerschaft

Lkw- und Taxifahrer sollen Polizei bei der Fahndung helfen

Neben Lkw-Fahrern und Raststätten-Mitarbeitern wollen auch Taxifahrer künftig der Polizei bei Fahndungen helfen.

Foto: Maurizio Gambarini

Neben Lkw-Fahrern und Raststätten-Mitarbeitern wollen auch Taxifahrer künftig der Polizei bei Fahndungen helfen. Foto: Maurizio Gambarini

Düsseldorf.  Neue Kooperation: Lkw- und Taxifahrer und Mitarbeiter von Raststätten wollen die Polizei auf der Jagd nach gesuchten Kriminellen unterstützen.

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NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) will mehr als 200.000 Mitarbeiter aus der Logistik- und Taxi-Branche sowie von Autobahn-Raststätten stärker in die Kriminalitätsbekämpfung einbeziehen. „Wenn es darum geht, Routen der Flucht- und Beutewege nachzuvollziehen, kann die NRW-Polizei Hilfe von Menschen, die viel unterwegs sind im Land, gut gebrauchen“, sagte Reul am Dienstag bei der Unterzeichnung einer Sicherheitspartnerschaft mit insgesamt fünf Organisationen am Rasthof „Ohligser Heide“ bei Solingen.

Auch wenn die Aktion im Landtag unter dem Titel „Kommissar Brummi“ diskutiert wird, machte der Innenminister deutlich, dass keine hoheitlichen Befugnisse übertragen würden: „Wir wollen keine Hilfs-Sheriffs.“ Es gehe vielmehr um eine Sensibilisierung der Branche, „damit mündige, aktive Bürger richtig handeln, wenn etwas Falsches passiert“, so Reul. Wer auf Straßen, Autobahnen und Rastplätzen etwas Verdächtiges bemerke, solle lieber einmal zuviel den Notruf 110 wählen.

Verbände wollen ihre Berufskraftfahrer mit neuen Verhaltensregeln versorgen

Die Verbände wollen ihre Berufskraftfahrer nun mit neuen Verhaltensregeln versorgen. Horst Kottmeyer, Vorsitzender des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik, begrüßte Reuls Initiative. Allein seine Branche erleide jährlich Schäden von über eine Milliarde Euro durch Ladungsdiebstähle; kaum eine LKW-Plane sei noch nicht aufgeschlitzt worden. „Es ist wichtig, dass wir besser aufeinander aufpassen“, sagte Kottmeyer.

So habe er zuletzt nach Rücksprache mit der Polizei einem Lkw-Fahrer die Weiterfahrt zum Kunden während der Lenk- und Ruhezeiten erlauben können, weil sich ein verdächtiger Kleintransporter seinem Truck auf dem Rastplatz genähert hatte. So etwas zu systematisieren, sei wichtig.

Kriminalbeamten kritisieren "Kommissar Brummi“ als Shownummer

Da in NRW auch bisher schon Taxi- und LKW-Fahrer in Fahndungsaufrufe der Polizei einbezogen wurden, soll die nun schriftlich fixierte Sicherheitspartnerschaft vor allem größere Verbindlichkeit schaffen. „Wir haben nachts deutlich mehr Wagen auf der Straße als die Polizei, deshalb können unsere Fahrer vielleicht Hinweise auf Wohnungseinbrüche geben, die andere nicht sehen“, sagte der Dortmunder Dieter Zillmann vom Taxi-Verband NRW.

Der Bund der Kriminalbeamten (BDK) in Nordrhein-Westfalen kritisierte die Sicherheitspartnerschaft dagegen als "Shownummer" des neuen Innenministers. „Das Problem besteht nicht darin, dass wir zu wenig Hinweise hätten, sondern wir haben keine Leute, die diese bearbeiten", sagt BDK-Landeschef Sebastian Fiedler der „Neuen Westfälischen“.

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