Linken-Parteitag

Linke und SPD: Ralf Stegner sieht Chancen auf Rot-Rot-Grün

Ralf Stegner ist stellvertretender Parteivorsitzender der SPD.

Ralf Stegner ist stellvertretender Parteivorsitzender der SPD.

Foto: EIBNER/Dirk_Jacobs / imago/Eibner

Berlin  Die Linke hat bei ihrem Parteitag das Spitzenteam für die Europawahl nominiert. Für Schlagzeilen sorgt aber der SPD-Parteivorsitzende.

Mit dem Linksruck der SPD gibt es nach Auffassung des stellvertretenden Parteivorsitzenden Ralf Stegner wieder mehr Chancen für ein rot-rot-grünes Machtbündnis auf Bundesebene. „Die SPD will mit ihrem Zukunftskonzept für einen modernen solidarischen Sozialstaat, mit dem sozialverträglichen Umbau unserer Industriegesellschaft und mit einer proeuropäischen Friedens- und Entspannungspolitik progressive Perspektiven für unser Land formulieren“, sagte Stegner unserer Redaktion.

Wenn die Sozialdemokratie so wieder Vertrauen und neue Stärke gewinne, sei eine Mehrheit im Bundestag jenseits der Union „denkbar und möglich“. „Die Partner für eine solche Politik können dann auch Grüne und Linke sein, die Verantwortung für eine solche Politik mittragen können und wollen“, sagte Stegner und lud besagte Parteien zur Zusammenarbeit ein. Aktuell sorgen vor allem SPD-Pläne zu Hartz IV und der Grundrente für Diskussionen.

Der schleswig-holsteinische Landeschef vom linken Parteiflügel gilt in der SPD seit Jahren als treibende Kraft für eine mögliche Kooperation mit Linkspartei und Grünen. Die Gesprächskanäle zwischen den drei Parteien sind seit langem offen, seit dem Bundestagswahlkampf wurden diese aber von keiner Seite mehr offensiv und prominent genutzt.

Wirbt die Linke wieder mit Gregor Gysi?

Die Linken wiederum haben bei dem Parteitag in Bonn die Strategie für die Europawahl festgelegt. Die Partei geht mit einem relativ unbekannten Duo ins Rennen. Der Europaabgeordnete Martin Schirdewan und die Gewerkschafterin Özlem Alev Demirel sind seit Samstag die Spitzenkandidaten für die Europawahl Ende Mai.

Wozu brauchen wir überhaupt noch die EU, Herr Gysi?

Europawahl 2019: "Wenn die EU zerbricht, kommt der Krieg wieder nach Europa", sagt Gregor Gysi, Präsident der Europäischen Linken, im Interview mit Reporterin Johanna Rüdiger.
http://Wozu_brauchen_wir_überhaupt_noch_die_EU,_Herr_Gysi?

Womöglich tritt während der Wahl aber auch noch ein prominentes Gesicht in Erscheinung. So überlegt die Partei, mit Gregor Gysi auf Plakaten zu werben. Gysi ist Vorsitzender der Parteienfamilie Europäische Linke. Im Interview hat unsere Redaktion zuletzt gefragt: Warum brauchen wir überhaupt noch die EU. Herr Gysi? (fmg/dpa)

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