Besoldungsreport

Lehrer in Bayern verdienen deutlich mehr als NRW-Kollegen

Lehrer in Deutschland werden je nach Bundesland sehr unterschiedlich bezahlt.

Lehrer in Deutschland werden je nach Bundesland sehr unterschiedlich bezahlt.

Foto: dpa

Essen.  Lehrer auf nach Bayern? Vielleicht setzt sich so ein Umzugs-Trend bald durch. Denn Bayern zahlt seinen Beamten die besten Gehälter. In Berlin verdienen sie am miesesten. Und NRW? Da sieht es durchschnittlich bis bescheiden aus.

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat seinen Besoldungsreport 2014 vorgelegt. Er hat die Zahlungen für die Landesbediensteten verglichen und kommt zum Ergebnis: Die Gehaltsunterschiede zwischen den Bundesländern sind seit der Föderalismusreform deutlich gewachsen.

Seither können die Länder nämlich selbst die Gehälter festlegen – und tun dies nach ihrer eigenen Kassenlage. Der Kernvorwurf der Gewerkschaften: Der Auftrag an den Gesetzgeber, in den Ländern für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen, wird nicht mehr erfüllt. Wörtlich heißt es im Report: „Die Dienstherren missbrauchen ihre einseitige Rechtssetzungskompetenz zunehmend“.

Die Beispiele:

Lehrer, Beamter. Im Jahresbrutto verdient der Schulmeister der Gehaltsstufe A 13 am Alpenrand 60.064 Euro. Im Nachbarland Baden-Württemberg verringert sich der Verdienst schon auf 57.349 Euro. In Nordrhein-Westfalen überweist der Staat dem A 13er 54.997 Euro. In der Hauptstadt Berlin sind es nur knapp 53.000.

Polizist, Beamter. Auch bei den Beamten der Polizei zeigt sich, dass der bayerische Freistaat am großzügigsten zahlt. Ein A 5-er, also ein Polizeihauptwachmeister, kassiert dort mit Zulagen 30.655,78 Euro. Wieder liegt Baden-Württemberg auf Platz 2. Wieder gibt Berlin am wenigsten.

In dieser Kategorie schlägt sich Nordrhein-Westfalen etwas besser, weil für die unteren Besoldungsgruppen mehr vom Tarifergebnis der Angestellten auf die Beamten übertragen wurde. 28.926, 83 Euro weist der DGB-Report für den Polizisten an Rhein und Ruhr aus.

"Meer und mehr": Mecklenburg-Vorpommern wirbt um Lehrer

Spannend ist durchaus auch der Vergleich der Arbeitszeiten. Auch sie weichen voneinander ab. Im Schnitt aller Bundesländer liegen sie bei 40 Stunden in der Woche. Allerdings haben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein 41 Stunden Wochenarbeitszeit festgesetzt. In Hessen sind es sogar 42 Stunden.

Also: Was ist mit dem Umziehen? Bei beamteten wie angestellten Lehrern hat das schon begonnen. Und Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, wo Lehrer Mangelware sind, werben in Zeitungsanzeigen damit, dass sie Meer und mehr bieten: Zum Beispiel Grundstücke zu vergünstigten Bedingungen.

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