Studium

Zahl ausländischer Studenten steigt auf Rekordhöhe

Viele junge Menschen aus China zieht es zum Studium nach NRW. Mit knapp 9000 Eingeschriebenen stellen sie nach der Türkei die größte Gruppe.

Viele junge Menschen aus China zieht es zum Studium nach NRW. Mit knapp 9000 Eingeschriebenen stellen sie nach der Türkei die größte Gruppe.

Foto: Matthias Balk / dpa

Düsseldorf.  Immer mehr ausländische Studierende zieht es nach NRW. Mit 93.400 erreichte ihre Zahl ein Rekordniveau. Bildungsexperten begrüßen den Trend.

Die Zahl der ausländischen Studierenden in NRW ist auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Zum Wintersemester 2017/18 waren knapp 94.000 ausländische Studenten an einer Hochschule in NRW eingeschrieben, teilte das Landestatistikamt IT.NRW am Mittwoch mit. Insgesamt lag die Zahl der Studierenden in NRW bei knapp 764.000. Damit hatte nahezu jeder achte Student (12,2 Prozent) keinen deutschen Pass. Für das vergangene Wintersemester 2018/19 lagen noch keine abschließenden Zahlen vor.

Die Zahl der Ausländer an den Hochschulen des Landes steigt seit Jahren kontinuierlich an. Studierten im Wintersemester 2010/11 noch knapp 61.000 junge Menschen aus dem Ausland in NRW, stieg die Zahl zum Wintersemester 2014/15 bereits auf gut 86.500 Studenten an. Da jedoch zugleich auch die Gesamtzahl der Studenten deutlich angewachsen ist, blieb der Anteil der Ausländer in den vergangenen zehn Jahren mit elf bis zwölf Prozent in etwa stabil.

Türkische Studenten führen mit großem Abstand die Statistik an. Demnach hatte zuletzt etwa jeder siebte ausländische Student (14,9 Prozent) die türkische Staatsangehörigkeit. Doch auch viele Chinesen zieht es nach NRW. Mit knapp 9000 Eingeschriebenen (9,5 Prozent) liegen sie auf Platz zwei der Liste, gefolgt von Studierenden aus Indien, Österreich und Russland.

Eine Chance für die Wirtschaft

Bildungsexperten begrüßen diese Entwicklung. Die Internationalisierung stärke den Hochschulstandort NRW und sei zudem eine Chance für die unter Fachkräftemangel leidende Wirtschaft: „Natürlich kommen auf diese Weise Unternehmen leichter in Kontakt mit internationalen Kandidaten“, sagte Robin Daniel von der privaten University of Applied Sciences Europe mit Standorten in Iserlohn, Berlin und Hamburg. Personalverantwortliche sollten diese Möglichkeiten nutzen „und hier bewusst offener werden“.

Auch bundesweit bestätigt sich der Trend. Immer mehr Studierende aus dem Ausland zieht es an eine deutsche Hochschule. Nach einer Erhebung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat Deutschland inzwischen Frankreich als beliebtestes nicht-englischsprachiges Studienland abgelöst. Für den akademischen Nachwuchs ist die Bundesrepublik nach den USA, Großbritannien und Australien zum wichtigsten Ziel weltweit aufgestiegen.

Demnach waren im Wintersemester 2017/18 rund 375.000 ausländische Studierende in Deutschland eingeschrieben. „Unser Hochschul- und Wissenschaftsstandort wird immer attraktiver. Darauf können wir stolz sein und das sollte uns anspornen, noch besser zu werden“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bei der Vorstellung des Berichts.

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