Brief aus Berlin

Unsicher, nutzlos, illegal? Bund zweifelt an Umweltspuren

Düsseldorf hat  auf der Merowingerstrasse eine Umweltspur nur für Radler, Busse, Taxis und E-Autos eingerichtet. Das soll die Luftwerte verbessern. Aus Berlin kommt nun Kritik.

Düsseldorf hat auf der Merowingerstrasse eine Umweltspur nur für Radler, Busse, Taxis und E-Autos eingerichtet. Das soll die Luftwerte verbessern. Aus Berlin kommt nun Kritik.

Foto: Kai Kitschenberg

Düsseldorf   Ein Schreiben des Bundesverkehrsministeriums an NRW-Minister Wüst listet Mängel auf. Essen will dem Beispiel aus Düsseldorf dennoch folgen.

. Das Bundesverkehrsministerium hat offenbar erhebliche Zweifel am Konzept der „Umweltspuren“ für bessere Luft in Großstädten angemeldet. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) seinem Landeskollegen Hendrik Wüst (CDU) schriftlich Kritikpunkte an der vor drei Wochen in Düsseldorf eingerichteten Fahrbahn nur für Taxis, Busse, Fahrräder und E-Autos zukommen lassen. Auch die Stadt Essen will 2020 eine Umweltspur durch die City vom normalen Straßenverkehr abtrennen.

Scheuer hält die Zulassung von Radfahrern und Autos auf einer gemeinsamen Spur für zu gefährlich. Dies sei „der Sicherheit des Radverkehrs abträglich“. Zudem werde der geordnete Betriebsablauf des Busverkehrs gefährdet. Auch zweifelt das Bundesverkehrsministerium daran, dass der Schutz der Bevölkerung durch Abgase wegen absehbarer Blockaden auf den Fahrbahnen überhaupt erreicht werde.

Essen will keine Freigabe für Fahrgemeinschaften

Nicht mit der Straßenverkehrsordnung zu vereinbaren sei die in Düsseldorf diskutierte Idee, die Umweltspur auch für Fahrgemeinschaften freizugeben. Derartige Pläne gibt es in Essen offenbar nicht.

NRW-Verkehrsminister Wüst hat das Schreiben aus Berlin an die Stadt Düsseldorf weitergeleitet. Der CDU-Mann selbst gilt ebenfalls als Kritiker der Umweltspuren. Dem Vernehmen nach hält Wüst es für ökologisch und verkehrspolitisch unsinnig, in überfüllten Innenstädten auch noch Fahrbahnen als Umweltspuren abzutrennen. „Eines ist doch klar: Die Leute fahren morgens um 7 Uhr nicht aus Spaß Auto, weil sie zur Arbeit müssen“, sagte er am Mittwoch dem „Kölner Stadtanzeiger“.

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