Organspende

Trotz Corona: Zahl der Organspenden in NRW stabil

Auf einem Organspendeausweis kann man seine Entscheidung für eine Spende dokumentieren. 

Auf einem Organspendeausweis kann man seine Entscheidung für eine Spende dokumentieren. 

Essen.  In NRW haben auch im Pandemiejahr 174 Menschen nach dem Tod Organe gespendet. Die Liste der wartenden Patienten ist indes lang.

Trotz der Corona-Pandemie ist die Zahl der Organspenden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 stabil geblieben. Wie die Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag mitteilte, haben in NRW 174 Menschen nach dem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Die Gesamtzahl der gespendeten Organe liegt bei 556, es gab 742 Transplantationen. Lebendspenden sind nicht mitgerechnet.

Damit ist NRW trotz der Pandemiefolgen für die stark belasteten Kliniken auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. 2019 gab es 179 Spender und 586 Organspenden. Auch bundesweit ist dieser Trend zu beobachten.

NRW gehört immer noch zu den Schlusslichtern beim Thema Organspende

Hochgerechnet auf die Bevölkerung gehört NRW indes immer noch zu den Schlusslichtern unter den Regionen. Auf eine Million NRW-Bürger kommen 9,7 Organspender. In der Region Ost, zu der Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehören, sind es 15,5 und bundesweit elf Spender. Noch 2017 gab es allerdings ganze Monate, in denen in NRW lediglich fünf Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet haben. Laut DSO warten aktuell rund 9200 Menschen in Deutschland auf eine Organspende.

Bis zur Pandemie hat es laut DSO bundesweit sogar eine steigende Bereitschaft gegeben. Dass die Zahlen anders als in anderen europäischen Ländern nicht eingebrochen sind, führt die Stiftung auch auf gesetzliche Neuerungen und das Engagement in der Kliniken zurück. Über 3000 mal haben Mediziner Kontakt zur DSO gesucht, um über eine mögliche Organspende zu sprechen.

Ein wichtiges Zeichen, findet DSO-Vorstand Axel Rahmel. „Es zeigt, dass es für Ärzte und Pflegende auf den Intensivstationen zunehmend selbstverständlich ist, am Lebensende von Patienten mit schwerer Hirnschädigung auch nach der Einstellung zur Organspende zu fragen, selbst in der Phase der Pandemie.“

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