Corona

Sportgipfel bei Laschet: Werden mehr Zuschauer erlaubt?

Vereine wie Regionalligist Rot-Weiss Essen mussten ohne die wirtschaftlich so wichtigen Fans in die neue Saison starten. Gibt die Politik nun grünes Licht für die Rückkehr von Publikum?

Vereine wie Regionalligist Rot-Weiss Essen mussten ohne die wirtschaftlich so wichtigen Fans in die neue Saison starten. Gibt die Politik nun grünes Licht für die Rückkehr von Publikum?

Düsseldorf  An diesem Freitag bittet der Ministerpräsident überraschend Amateur- und Randsportarten an einen Tisch. Kippt die 300-Zuschauer-Grenze?

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will auf einem „Sportgipfel“ Erleichterungen bei den Corona-Auflagen für unterklassige Fußball-Vereine und verschiedene andere Disziplinen ausloten. Nach Informationen unserer Redaktion kommen an diesem Freitag auf Einladung des Regierungschefs mehr als ein Dutzend Vertreter aus verschiedenen Sportarten in Düsseldorf zusammen.

"Bevor wir über Zuschauer bei der Fußball-Bundesliga entscheiden, brauchen wir ein klares Signal für den Breitensport“, sagte Laschet unserer Redaktion. Viele Amateurvereine seien finanziell unter Druck geraten. „Die vielen Ehrenamtlichen verdienen Anerkennung für ihre wichtige Arbeit und eine klare Perspektive für das Vereinsleben – durch finanzielle Hilfen und einen geeigneten rechtlichen Rahmen für den Betrieb mit Zuschauern. Dafür werden wir sorgen“, kündigte Laschet an.

Hygieneauflagen und Zuschauer-Begrenzung bedeuten Riesenbelastung

Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes, die zunächst bis 15. September gilt, sind Spiele oder Wettkämpfe mit bis zu 30 Personen wieder möglich. Voraussetzung ist, dass die nachträgliche Rückverfolgbarkeit von Infektionswegen bei einem Corona-Ausbruch gesichert ist. Die Behörden vor Ort können im Einzelfall auch strengere Auflagen machen.

Bis zu 300 Zuschauer dürfen derzeit wieder die Wettkämpfe besuchen - wenn die rund 18.500 Vereine in NRW garantieren können, dass Hygieneregeln, Registrierungverpflichtungen und Abstandsgebote auf den Tribünen eingehalten werden. Diese Anforderungen würden maßgeblich von Ehrenamtlichen gemeistert, lobte zuletzt Sport-Staatssekretärin Andrea Milz (CDU). Sie sprach von „erheblichen Herausforderungen“ in den gemeinnützigen Sportvereinen.

Die Corona-Regeln im Sportbetrieb erforderten derzeit Rechtskenntnisse, hohe kommunikative Kompetenzen und Koordinierungsgeschick, um in Abstimmung mit Behörden, Übungsleitern und Akteuren ein Sportangebot aufrechterhalten zu können. Das Land hat dem Sport bereits Hilfsgelder in Höhe von zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die von notleidenden Vereinen noch bis 15. November über das Förderportal des Landessportbundes beantragt werden können. Bislang haben mehr als 700 Vereine Landesmittel in Anspruch genommen, um der drohenden Zahlungsunfähigkeit zu entgehen.

Zuschauerfrage in der Fußball-Bundesliga wird an anderer Stelle geklärt

Die Begrenzung auf nur 300 Zuschauer bleibt jedoch ein Riesenproblem für alle Vereine, die auf Einnahmen der Fans stärker angewiesen sind als Clubs der Fußball-Bundesliga, die ihren Etat zu einem Gutteil mit Geld aus der Fernsehvermarktung bestreiten. Bis Ende Oktober sollen die Chefs der Staatskanzleien eine Lösung erarbeiten, ob auch in der Bundesliga wieder vor Publikum gespielt werden kann. Zurzeit gibt es dort kein einheitliches Vorgehen. Nur RB Leipzig hatte von den lokalen Behörden die Erlaubnis erhalten, zum Saisonauftakt Ende September gegen Mainz 05 bis zu 8500 Zuschauer ins Stadion zu lassen.

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