Regierungssitz

Teurer Umbau geplant: SPD kritisiert Umzug der Staatskanzlei

Die Regierungszentrale von Armin Laschet wird aus dem modernen „Stadttor“ in das historische Landeshaus am Rheinufer umziehen. Derzeit laufen die Modernisierungsarbeiten. 

Die Regierungszentrale von Armin Laschet wird aus dem modernen „Stadttor“ in das historische Landeshaus am Rheinufer umziehen. Derzeit laufen die Modernisierungsarbeiten. 

Foto: Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf.   Die Regierungszentrale von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet soll doch aufwändiger modernisiert werden als zunächst angekündigt.

Der Düsseldorfer Stararchitekt Karl-Heinz Petzinka soll die Regierungszentrale von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) umbauen. Das hat die Staatskanzlei am Donnerstag überraschend bekannt gegeben.

Der 62-jährige Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie soll das historische „Landeshaus“ am Rheinufer ab Sommer 2019 modernisieren. Seinen Plänen zufolge werden der Kabinettssaal erweitert, ein moderner „Newsroom“ für die Öffentlichkeitsarbeit geschaffen sowie neue Eingangsportale gebaut. Zum Rheinufer etwa plant Petzinka einen zimmergroßen Aufzug für Staatsgäste, auf der Rückseite des Gebäudes eine lichtdurchflutete, sechs Meter hohe Eingangshalle.

„Hier wird mit Beton gebaut, nicht mit Marmor“

Über die veranschlagten Kosten wurden zunächst keine Angaben gemacht. „Hier wird mit Stahl und Beton gebaut, nicht mit Marmor“, versicherte die Leiterin der Zentralabteilung der Staatskanzlei, Maria Huesmann-Kaiser. Petzinka nannte „eine solide Staatsrepräsentanz“ als Ziel: „Wir wollen nicht protzen.“

Aktuell laufen bereits kleinere Sanierungsarbeiten in der Staatskanzlei, die 2,5 Millionen Euro verschlingen. Die Opposition im Landtag hatte zuvor bereits mehrfach die hohen Umzugskosten kritisiert. SPD-Finanzexperte Stefan Zimkeit sprach von „reiner Steuerverschwendung, die auf die Geltungssucht des Ministerpräsidenten zurückzuführen ist“. Petzinkas gestalterische Umbaupläne, die noch gar nicht im Landeshaushalt auftauchen, dürften deshalb ein parlamentarisches Nachspiel haben.

300 Mitarbeiter müssen umziehen

Laschet hatte kurz nach Regierungsübernahme im Sommer 2017 entschieden, mit rund 300 Mitarbeitern aus dem Düsseldorfer Bürogebäude „Stadttor“ ins historische Landeshaus am Rheinufer umzuziehen. Er wolle einen „bürgernahen und repräsentativen“ Amtssitz und nicht in einem „Glaspalast“ arbeiten. Aufwand und Kosten würden überschaubar bleiben.

Das Stadttor, seit 1999 Sitz der NRW-Staatskanzlei, war ebenfalls von Petzinka entworfen worden. Da der Mietvertrag des Landes dort noch bis Ende Januar 2029 läuft, nutzt das Verkehrsministerium nun die Räume. Das um 1911 gebaute und später erweiterte „Landeshaus“ beherbergte über Jahrzehnte Abteilungen der Staatskanzlei und verschiedene Ministerien, bevor Laschet hier Quartier bezog. Inhaber ist der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB). Petzinka plante in Berlin auch die CDU-Parteizentrale und die NRW-Landesvertretung sowie die Bochumer Jahrhunderthalle.

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