Gesetzespaket

So will NRW Millionen Ehrenamtler besser stellen

Christof Rasche, Fraktionsvorsitzender der FDP in NRW, macht sich für eine Aufwertung des Ehrenamts stark. Jetzt hat er ein Gesetzespaket geschnürt, das die Regierung Laschet umsetzen soll.

Christof Rasche, Fraktionsvorsitzender der FDP in NRW, macht sich für eine Aufwertung des Ehrenamts stark. Jetzt hat er ein Gesetzespaket geschnürt, das die Regierung Laschet umsetzen soll.

Foto: Lukas Schulze / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Die FDP plant per Gesetzespaket eine deutliche Aufwertung des ehrenamtlichen Engagements. Berufliche Freistellungen sollen erleichtert werden.

Ehrenamtliches Engagement in Nordrhein-Westfalen soll deutlich aufgewertet werden. Das sieht ein Gesetzespaket vor, das die NRW-FDP in der Regierungskoalition von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) durchsetzen will. „Ehrenamt verdient mehr Wertschätzung und Anerkennung. Wir wollen bestmögliche Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Strukturen und bürgerschaftliches Engagement schaffen“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Christof Rasche unserer Redaktion.

Konkret soll das Bildungsurlaubsgesetz so verändert werden, dass Ehrenamtler künftig von ihrem Arbeitgeber eine bezahlte Freistellung für Weiterbildungsangebote einfordern könnten. Bislang stehen Arbeitnehmern jährlich fünf Tage Bildungsurlaub für betriebliche Qualifikationen zu. „Künftig könnten Ehrenamtler auch unter der Woche Weiterbildungsangebote annehmen, um wichtige Zertifikate zu erwerben“, so Rasche.

Außerdem soll eine neue „Landesagentur für Ehrenamt“ gegründet werden, die den zahlreichen lokalen Initiativen als zentrale Stelle etwa bei Aus- und Weiterbildung von Freiwilligen hilft. Geplant ist ebenso die stärkere Anerkennung von bürgerschaftlichem Engagement im öffentlichen Dienst. Wer etwa Vorerfahrungen bei der Freiwilligen Feuerwehr vorweisen könne, müsse bei der Einstellung in den Dienst der Berufsfeuerwehr höher eingruppiert werden als ein Anfänger, findet Rasche. Die Liberalen wollen das Gesetzespaket in den kommenden Wochen mit Koalitionspartner CDU abstimmen.

Die meisten Ehrenamtler engagieren sich in Sportvereinen

„Öffentliche Anerkennung und gute Rahmenbedingungen sind für die meisten Ehrenamtler das Wichtigste“, bestätigte Andrea Walter, Professorin an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung. Sie hat gemeinsam mit dem Münsteraner Forscher Matthias Freise im Auftrag der FDP ein Gutachten zum Ehrenamt in NRW erstellt. Demnach schaffen die rund sechs Millionen Ehrenamtler in NRW pro Jahr einen wirtschaftlichen Wert von rund 12,5 Milliarden Euro. „Das ist unglaublich viel“, sagte Rasche.

Durchschnittlich widmen sie Ehrenamtler drei bis vier Stunden pro Woche ihrer Aufgabe. Ein Viertel aller Ehrenamtler lässt sich für die freiwillige Aufgabe speziell ausbilden. Die Qualifizierung im Ehrenamt werde immer wichtiger, so Walter. Die Hälfte der Befragten in der großen Untersuchung gab an, die im bürgerschaftlichen Engagement erworbenen Fähigkeiten wiederum auch im Beruf zu nutzen. Der größte Ehrenamtsbereich in NRW ist der Sport: Rund 1,5 Millionen Menschen bringen sich in etwa 19.000 Vereinen ein.

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