Minister-Vorschläge

So will NRW in der Corona-Krise Arbeitnehmer mobil halten

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) präsentierte am Donnerstag seine Pläne, wie er Arbeitnehmer in der Corona-Krise mobil halten will.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) präsentierte am Donnerstag seine Pläne, wie er Arbeitnehmer in der Corona-Krise mobil halten will.

Düsseldorf  Leihwagen für Klinikmitarbeiter, Nachbesserungen im Sonderfahrplan der Bahn: Das plant die Landesregierung kommende Woche.

Die Landesregierung will von kommenden Mittwoch an allen Krankenhausmitarbeitern ohne eigenes Auto, die mit Corona-Fällen in NRW-Kliniken zu tun haben, einen kostenlosen Mietwagen anbieten. Das hat NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Donnerstag angekündigt. Hintergrund sind der ausgedünnte Fahrplan im öffentlichen Nahverkehr und die Schwierigkeit vieler Beschäftigten in der sogenannten kritischen Infrastruktur, im Augenblick den Weg zur Arbeit zu bewältigen.

Zettel vom Chef und dann zur Autoverleihstation

Das Angebot des Landes gilt zunächst bis Ende Mai. Die Kosten pro Leihwagen dürfen maximal 400 Euro brutto monatlich betragen. Es können keine längeren Strecken als 125 Kilometer pro Tag gefahren werden. Die Benzinkosten übernimmt das Land nicht.

Wüst hat für die Aktion eine Million Euro für insgesamt 1250 Autos veranschlagt. Die Verleihfirmen, die zurzeit kaum Nachfrage haben, soll sich bis spätestens Sonntagabend bei der zuständigen Bezirksregierung Münster um eine Teilnahme an dem Programm bewerben. Für die Klinikmitarbeiter soll die Wagenvergabe möglichst unbürokratisch erfolgen. Sie müssten „nur einen Zettel von der Klinikleitung querzeichnen lassen und zum Autoverleiher gehen“. Um die Abrechnung werde sich das Land kümmern, so der Minister. Entsprechende Informationen sollen von kommender Woche an über die Internetseiten des NRW-Verkehrsministeriums und der Bezirksregierung Münster abrufbar sein.

Auf den Straßen ist so wenig los wie seit Jahren nicht mehr

Auch im öffentlichen Nahverkehr will Wüst Entlastung schaffen. Im Zuge der Corona-Krise war das Angebot im Schienenverkehr um etwa 50 Prozent reduziert worden. Der Sonderfahrplan habe „in der Summe gut funktioniert“, bilanzierte Wüst. „In den allermeisten Zügen war nur jeder vierte oder fünfte Platz belegt.“ Dennoch soll nun nachgebessert werden. Die eigentlich gestrichene S68 (Wuppertal – Langenfeld) soll wieder fahren, um Entlastung auf anderen Strecken zu schaffen. Zudem sollen vermehrt Doppelzüge eingesetzt werden, um mehr Platz für die Fahrgäste zu schaffen. Ebenfalls bemüht sich Wüst in Gesprächen mit der Deutschen Bahn um die Freigabe von ICEs für den Nahverkehr. „Wir sind im Austausch“, sagte er am Donnerstag. Alle Fahrplan-Änderungen sind am besten auf der zentralen Info-Seite www.mobil.nrw oder über die Hotline (01806 - 50 40 30) nachzuvollziehen.

Auf den Straßen in NRW ist derweil so wenig los wie seit Jahren nicht. Das hilft beim Straßenbau, auch wenn sich die Kapazitäten nicht kurzfristig komplett hochfahren ließen, so Wüst. Ob die Stau-Statistik im Corona-Jahr besonders gut ausfällt? „Wenn das die Lösung ist“, sagte der Verkehrsminister, „hätte ich gerne wieder unsere alten Probleme zurück.“

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