„Fridays for futore“-Demos

Schulministerin rät: Nachmittags fürs Klima demonstrieren

Schüler-Demo für Klimaschutz in Düsseldorf.

Schüler-Demo für Klimaschutz in Düsseldorf.

Foto: Roland Weihrauch/dpa

Düsseldorf.   NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) findet Schüler-Demos für Klimaschutz im Grundsatz gut. Aber bitte nicht in der Schulzeit.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat am Freitag eine Einladung von Schülern, die in Düsseldorf für Klimaschutz protestierten, abgesagt. Gebauer teilte den Demonstranten schriftlich mit, sie sollten vormittags „ihrer Pflicht zur Teilnahme am Unterricht“ nachkommen. „Ihren berechtigten und wünschenswerten Anspruch, sich am politischen Diskurs über die Klimaschutzpolitik zu beteiligen, bitte ich am Nachmittag nachzukommen“, schrieb Gebauer.

Seit Wochen streiken freitags Schüler in ganz NRW. Sie folgen einem Aufruf und dem Vorbild der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg, die einmal in der Woche die Schule schwänzt, um vor dem schwedischen Parlament zu demonstrieren.

„Halbjahres-Klimazeugnis“ für die Politik

Die NRW-Schulministerin sollte gestern für die Landesregierung ein „Halbjahres-Klimazeugnis“ mit vermutlich nicht sehr guten Noten entgegennehmen. „Vielen Dank für Ihre Einladung“, schrieb die Politikerin den Organisatoren der Demo in Düsseldorf. „Gerne nehme ich die Gelegenheit wahr und lade Sie herzlich ein, im Ministerium für Schule und Bildung die von Ihnen gewünschte Übergabe eines Klimazeugnisses mit einem Dialog über eine gute und tragfähige Klimapolitik, eventuell auch mit Vertretern anderer Ministerien, zu verbinden.“

Gebauer weiter: „Eine Teilnahme heute kann ich aufgrund der Kurzfristigkeit der Einladung nicht ermöglichen, unter anderem auch deshalb, weil ich mich in meiner Funktion als Schulministerin täglich dafür einsetze, die Unterrichtsversorgung von rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schülern sicherzustellen und den Unterrichtsausfall so gering wie möglich zu halten. Mir geht es darum, dass Sie und Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler beste Bildung erhalten und am Ende Ihrer Schullaufbahn ein Zeugnis in der Hand halten, dass Ihnen alle Chancen für eine erfolgreiche Zukunft eröffnet.“

Laschet erinnerte an Demos in den 1980-er Jahren

Zuvor hatte sich schon NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gegen die Schüler-Demos gestellt. Mit ähnlichen Argumenten wie Gebauer. Laschet äußerte zwar Verständnis für die Sorge der Kinder um den Klimawandel. Aber selbst die großen Demos in den 1980-er Jahren gegen Atomkraft und den Rüstungswettlauf hätten am Wochenende stattgefunden, nicht in der Schulzeit. Wer nachmittags demonstriert, der zeige, dass er bereit sei, einen Teil seiner Freizeit zu opfern.

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