Klage

Besitzer untersagt Laschet Treffen mit Erdogan im Schloss

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Foto: Wolfgang Borrs / dpa

Essen.  Das Treffen von Ministerpräsident Armin Laschet und Präsident Erdogan auf Schloss Wahn könnte platzen. Der Schloss-Eigentümer will Erdogan nicht.

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Die Besitzer des Schlosses Wahn in Köln wehren sich gegen das dort geplante Treffen des nordrhein-westfälischen Regierungschefs Armin Laschet (CDU) mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Eigentümerfamilie lehne einen Empfang Erdogans aus politischer Überzeugung ab, erklärte ein Sprecher am Freitag. Von den Plänen habe man erst am Vortag erfahren - aus den Medien. Die geplante Nutzung sei nun untersagt und beim Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung beantragt worden.

Räume in dem Schloss sind den Angaben zufolge seit Jahrzehnten an die Kölner Universität vermietet, die dort unter anderem ihre theaterwissenschaftliche Sammlung untergebracht hat. Die Uni habe die Eigentümer aber nicht vorab über den Erdogan-Besuch informiert. "Die geplante Nutzung des Mietobjektes widerspricht dem vereinbarten Nutzungszweck und ist somit rechtswidrig", teilte der Sprecher mit. Zuerst hatte die "Kölnische Rundschau" darüber berichtet.

Der türkische Staatspräsident wird nach seinem Besuch in Berlin an diesem Samstag in Köln erwartet, wo er die Ditib-Zentralmoschee eröffnen will. Das Treffen mit Laschet war ursprünglich in der Zeit zwischen Erdogans Landung und der Moschee-Eröffnung geplant. Das Schloss liegt in Flughafennähe. Laut Staatskanzlei soll eine Alternative noch am Freitag gefunden werden.

Kritischer Dialog geplant

Geplant war ein kritischer Dialog zwischen Laschet und Erdogan auch über Themen wie Menschenrechte und Pressefreiheit, erklärte die NRW-Staatskanzlei. Erdogan wird anschließend zur Eröffnung der Kölner Zentralmoschee allein weiterfahren. Laschet hatte eine bereits aus Ankara angekündigte Begleitung des türkischen Staatsgastes bei der Moschee-Einweihung abgelehnt. Das Verhältnis der Landesregierung zum türkisch-islamischen Moscheeverband DITIB gilt als belastet. Laschet hatte deutlich gemacht, dass er dafür nicht zur Verfügung stehe, Erdogan als Staatsgast des Bundespräsidenten dennoch in Nordrhein-Westfalen protokollarisch korrekt empfangen werde.

Zehntausende Türken in Köln erwartet

Nach Auskunft des Verwaltungsgerichts Köln wird die Ditib wohl ihr Hausrecht nutzen, um Erdogan eine Bühne vor Zehntausenden Anhängern zu gewährleisten. Die Ditib habe ohne Absprache mit der Polizei eine weitere Veranstaltung an der Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld organisiert, zu der bis zu 25.000 Besucher erwartet würden, so das Verwaltungsgericht Köln. (mit dpa)

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