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Corona im Ruhrgebiet: Pflegeprüfer machen keine Hausbesuche

Wer einen Pflegegrad beantragt, wird eigentlich von Pflegeprüfern vor Ort aufgesucht. Wegen der hohen Infektionszahlen im Ruhrgebiet sollen Begutachtungen nur noch telefonisch stattfinden.

Wer einen Pflegegrad beantragt, wird eigentlich von Pflegeprüfern vor Ort aufgesucht. Wegen der hohen Infektionszahlen im Ruhrgebiet sollen Begutachtungen nur noch telefonisch stattfinden.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Essen.  Zum Infektionsschutz besuchen die Pflegeprüfer die Pflegebedürftigen in Corona-Hotspots wie dem Ruhrgebiet nicht mehr zu Hause.

Im Corona-Hotspot Ruhrgebiet werden Pflegebedürftige, die einen Pflegegrad beantragen, nun doch nicht mehr zu Hause besucht. Wie Sprecherinnen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherungen (MDK) in Nordrhein und Westfalen-Lippe mitteilen, werden die sogenannten Pflegebegutachtungen in Risikogebieten wieder ausschließlich telefonisch gemacht.

Erst seit Monatsende waren Hausbesuche der Pflegefachkräfte wieder möglich. Pflegebedürftige gelten in der Pandemie als besonders gefährdet.

Hohe Schutzmaßnahmen auch bei Hausbesuchen

Eine Sprecherin des MDK Nordrhein sprach von einer Maßnahme zum Infektionsschutz. „Selbst in Städten, die kein Risikogebiet sind, gehen unsere Mitarbeiter unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen hin“, so die Sprecherin. Angehörige müssten vor den Hausbesuchen ihre Räume lüften, es würden Masken und Handschuhe getragen.

Wenn Menschen einen Pflegegrad beantragen, prüfen Fachkräfte der MDKs ihre Pflegebedürftigkeit und genehmigen einen Antrag oder lehnen ihn ab. Seit Mitte März waren diese Prüfung wegen der Pandemie nur telefonisch möglich. Anfangs sind dadurch deutlich weniger Anträge auf einen Pflegegrad eingegangen, so dass Fachleute befürchtet haben, Leistungen erreichten Pflegebedürftige nicht mehr in ausreichender Form.

Mitarbeiter helfen in den Gesundheitsämtern

In der ersten Hochphase der Pandemie haben die Medizinischen Dienste viele ihrer Kontrollaufgaben im Gesundheitswesen zurückgefahren. Dadurch haben sie zeitweise bis zu 800 Ärzte und Pflegefachkräfte freistellen können, die freiwillig in den überlasteten Gesundheitsämtern mit angepackt haben. In Nordrhein sind es derzeit noch 16, in Westfalen-Lippe neun.

Der MDK Westfalen-Lippe erwartet einen wieder steigenden Unterstützungsbedarf der Ämter, deshalb würde zurzeit die Bereitschaft in der Belegschaft erneut abgefragt. „Wir gehen davon aus, dass sich wieder etliche Mitarbeitende vor allem in den Gesundheitsämtern zur Nachverfolgung der Infektionsketten engagieren werden“, so die Sprecherin.

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