Arbeitsrecht

NRW-Polizisten sollen ab 2019 auch von zu Hause aus arbeiten

So könnte ab 2019 die Arbeit bei der Polizei aussehen - im privaten Wohnzimmer.

So könnte ab 2019 die Arbeit bei der Polizei aussehen - im privaten Wohnzimmer.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Polizisten in NRW sollen ab 2019 auch von zu Hause aus arbeiten können. Ein Erlass dazu wurde am Mittwoch vom Innenministerium rausgegeben.

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Schon ab Anfang nächsten Jahres sollen Polizisten in NRW die Möglichkeit bekommen auch vom heimischen Wohnzimmer aus zu arbeiten, teilte das nordrhein-westfälische Innenministerium am Mittwoch mit. Minister Reul erklärte, er wolle damit die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege stärken.

Polizei muss als Arbeitgeber attraktiv bleiben

"Das Thema Work-Life-Balance wird für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wichtiger. Um auch in Zukunft als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, müssen wir bei der Arbeitsorganisation auch als Polizei flexibler werden. Da darf es keine Denkverbote geben", sagte Reul.

Der Personalrats-Vorsitzende Rainer Peltz sagte dazu: "Der Ausbau der Telearbeit ist uns seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Wir freuen uns, dass wir mit diesem Erlass jetzt einen riesen Schritt nach vorne kommen. Das ist für die NRW-Polizei ein echter Paradigmenwechsel."

Strafanzeigen im Wohnzimmer bearbeiten?

Erst einmal sollen für die Umstellung gut 1.000 Laptops zur Verfügung gestellt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können damit dann in den privaten vier Wänden auf die digitalen Daten und Programme der Polizeibehörden zugreifen. Grundsätzlich sollen die Daten aber auf den Computern im Behördenbüro verbleiben. Das Ministerium erklärt dazu, dass die Daten "lediglich gespiegelt" würden.

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, persönliche Daten seien aber weiterhin sicher und die Arbeitstechnik werde nach den Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit und Informationstechnik umgesetzt.

Auch könnten es sehr schnell mehr PCs werden, das komme auf die Nachfrage in den örtlichen Behörden an. Diese regeln am Ende auch, wie konkret der Einsatz von Homeoffice auszusehen habe.

Mit diesem Schritt sollen möglichst viele Behördenmitarbeiter die Möglichkeit bekommen, gerade auch die Bearbeitung von Strafanzeigen und Ermittlungsakten, die Buchhaltung, Personalverwaltung und Logistik von zu Hause aus zu erledigen. Sicherheitsrelevante Tätigkeiten und der Streifendienst sollen aber von dieser Möglichkeit ausgenommen bleiben, so das Innenministerium. (red)

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