Grüne

NRW-Grüne rechnen mit eigener Schulpolitik ab

Die beiden Vorsitzenden der NRW-Grünen Mona Neubaur und Felix Banaszak freuen sich über einen enormen Zulauf an neuen Mitgliedern.

Die beiden Vorsitzenden der NRW-Grünen Mona Neubaur und Felix Banaszak freuen sich über einen enormen Zulauf an neuen Mitgliedern.

Foto: Felix Heyder

Düsseldorf.   Bis zum Sommer soll neues Konzept zur Bildungspolitik stehen. Zugleich verzeichnet die Partei einen neuen Mitglieder-Rekord.

Die NRW-Grünen brechen mit ihrer bisherigen Schulpolitik. Bis zum Landesparteitag Mitte Juni werde man „mit selbstkritischem Blick auf unsere Regierungsbeteiligung“ ein neues Bildungskonzept entwickeln, kündigten die Landesvorsitzenden Mona Neubaur und Felix Banaszak am Dienstag an.

Die Grünen hätten sich im Abitur-Streit um G8/G9 falsch positioniert, in der konkreten Steuerung der Inklusion versagt und auf das Gefühl der „allgemeinen Überforderung“ in vielen Lehrerzimmern nicht reagiert, sagte Banaszak.

Enormer Zulauf an neuen Mitgliedern

Ziel müsse es sein, Druck aus dem System Schule zu nehmen und die soziale Lage jeder Schule bei Lehrplänen und Ausstattung stärker zu berücksichtigen. Die Politik könne Schulen gleichen Typs in Duisburg-Marxloh und Düsseldorf-Wittlaer nicht länger gleich behandeln, so Banaszak. Bis zum Sommer soll die „Neuaufstellung“ der grünen Bildungspolitik abgeschlossen sein.

Die Grünen stellten in NRW zwischen 2010 und 2017 die Schulministerin. Die breite Verärgerung über Unterrichtsausfall, Inklusionschaos und Turbo-Abitur gilt neben der Dauermisere in der Inneren Sicherheit als Hauptgrund für die Abwahl der rot-grünen Landesregierung.

Aktuell profitieren die NRW-Grünen vom günstigen Bundestrend ihrer Partei. Der Zulauf an neuen Mitgliedern sei enorm groß, so Neubauer. Mit einem Plus von gut 13 Prozent seit der verlorenen Landtagswahl im Mai 2017 stünden die NRW-Grünen nun knapp vor der 15.000-Mitglieder-Marke. Dies wäre der beste Wert in ihrer 40-jährigen Parteigeschichte.

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