Wissenschaft

NRW-Bildungsministerin besucht Schüler im Raumfahrtzentrum

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (Mitte) hat zusammen mit Schülern das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln besucht.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (Mitte) hat zusammen mit Schülern das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln besucht.

Foto: Matthias Graben

Köln.  NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat zusammen mit Schülern das Kölner Luft- und Raumfahrtzentrum besucht. Dabei griff sie selbst zur VR-Brille.

Yvonne Gebauer (FDP) schwebt mit Anlauf vor eine Wand. Dass die NRW-Schulministerin die Kollision mit dem Interieur der Internationalen Raumstation ohne Blessuren übersteht, liegt einzig an der Virtual Reality Brille, die sie trägt. Im All hätte der Zusammenstoß wohl wehgetan. Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln sorgt der Vorfall hingegen bloß für Belustigung der Umstehenden, die Gebauers Gehversuche in der Schwerelosigkeit auf Bildschirmen verfolgen können.

Als die Ministerin dann auch noch in einem virtuellen Abbild des Weltalls außen an der Raumstation steht, bittet sie um Erlösung: „Ich möchte zurück ins normale Leben. Das ist nichts für mich“, lacht sie.

Ministerin steuert Marsrover-Modell

Die FDP-Politikerin ist aber bei weitem nicht der einzige Gast an diesem Tag. Das DLR hat an diesem Tag Schüler von zwei verschiedenen Schulen zu Besuch: zum einen vom Otto-Hahn-Gymnasium aus Bergisch Gladbach zum anderen vom Heinrich-Mann-Gymnasium aus Köln-Chorweiler. Letztgenannte Schule liegt in Gebauers Wahlkreis. „Das war aber Zufall“, versichert Dr. Richard Bräucker, der das Kölner Labor leitet.

Gebauer nimmt sich Zeit, den Schülerinnen und Schülern beim experimentieren zuzusehen. Zum Beispiel als zwei Jungs eine Tulpe in flüssigem Stickstoff schockfrosten. In anderen Versuchen wird Gebauer selbst aktiv: Mit einem Infrarotmessgerät erfasst sie einen der studentischen Mitarbeiter durch eine Plastiktüte hindurch. Auf einer nachgebauten Marsoberfläche übernimmt Gebauer die Kontrolle über einen fahrenden Roboter.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Jan Bechert erhöht die Schwierigkeitsstufe: „Es dauert etwa 20 Minuten bis das Steuerungssignal von der Erde beim Mars Rover angekommen ist und noch einmal 20 Minuten bis das Kamerabild vom Mars wieder bei uns ist.“ In der Kölner Simulation beträgt die Verzögerung wenige Sekunden. Dennoch ist vorausschauendes Fahren gefragt. „Es ist total faszinierend“, sagt die Ministerin sichtlich beeindruckt.

Wie verhält sich Wasser in der Schwerelosigkeit?

Ein paar Meter weiter ist ein weiteres Experiment aufgebaut. Ein Knopfdruck, zwei Sekunden Verzögerung, und schon rauscht ein Metallgestell mit einem Glas Wasser in der Mitte Richtung Erde. Zum Glück landet die Apparatur weich auf einem Kissen. Auf einem Monitor kann Yvonne Gebauer verfolgen, was die Kamera im Innern des Gestells Bruchteile zuvor aufgezeichnet hat.

Auf dem Video ist deutlich zu erkennen, wie sich die Luftblase im Wasserglas während des etwa 120 Zentimeter tiefen Falls in die Mitte der Flüssigkeit verschiebt. Schwerelosigkeit im Wasserglas, anschaulich erklärt.

Werbung für die Wissenschaft

Daria Paul führt den Versuch mit Schülern durch. Die Physikstudentin erklärt die Vorteile von Experimenten in der Schwerelosigkeit: „Es gibt Kräfte, die sind so klein, dass wir sie auf der Erde kaum wahrnehmen. In der Schwerelosigkeit sind die Messergebnisse viel genauer.“

Jan Bechert sagt: „Hinter jedem Experiment steckt auch ein Lernziel. Wir wollen nicht nur Phänomene zeigen, wo es ‘Peng’ macht, sondern auch erklären, warum es ‘Peng’ macht.“ Im Jahr finden im School Lab DLR an 210 Tagen Führungen statt. Laut des Labors stehen 428 Schulklassen auf der Warteliste.

Laborleiter Bräuker zeigt den Schülern zum Abschied noch einen kurzen Film, der auf Berufsmöglichkeiten in der Raumfahrt hinweist. „Ihr habt euch schon gedacht: Das war eine kurze Werbeveranstaltung“, sagt er an die Schüler gerichtet, „aber nicht für die Ministerin, sondern für die Wissenschaft.“

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