Kohle-Ausstieg

BUND fordert nach Kohlekompromiss Stopp der Umsiedlungen

Ein gesprühtes Plakat mit der Aufschrift "Kuckum bleibt", fotografiert am Samstag, 10.11.2018 in Erkelenz-Kuckum. Ministerpräsident Armin Laschet in Erkelenz. Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Ein gesprühtes Plakat mit der Aufschrift "Kuckum bleibt", fotografiert am Samstag, 10.11.2018 in Erkelenz-Kuckum. Ministerpräsident Armin Laschet in Erkelenz. Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Foto: Socrates Tassos

Kerpen.  Im Rheinischen Revier läuft die Umsiedlung von 3200 Menschen in sieben Dörfern. Nach dem Kohlekompromiss fordert der BUND den Stopp der Aktion.

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Der Umweltverband BUND hat nach dem Kohlekompromiss einen sofortigen Stopp von Umsiedlungen im Rheinischen Revier gefordert. «Es gibt nullkommanull Rechtfertigung, den Hambacher Wald zu roden oder bestehende Dörfer zu zerstören. Es muss klar sein, dass die Dörfer stehenbleiben», sagte der nordrein-westfälische Geschäftsleiter Dirk Jansen am Montag in Kerpen. NRW brauche jetzt eine neue Leitentscheidung und einen neuen Braunkohleplan.

Im Rheinischen Revier läuft die Umsiedlung von sieben Dörfern mit rund 3200 Menschen an den Tagebauen Garzweiler und Hambach. Die Kohlekommission empfiehlt: Im Interesse der betroffenen Menschen und Unternehmen sei schnellstmöglich Sicherheit für Lebens- und Unternehmensplanung nötig. «Dies betrifft insbesondere die Anwohner von Orten, die sich bereits im Umsiedlungsprozess befinden.» Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte angekündigt, das Gespräch mit den Betroffenen fortzusetzen.

«Wir sind wirklich wütend», sagte David Dresen von der bundesweiten Initiative «Alle Dörfer bleiben». Die betroffenen Menschen hätten eine verbindliche Zusage für den Erhalt der Dörfer erwartet. «Hier geht es nicht um Dividenden, Wirtschaftswachstum oder um Konzerngewinne. Hier geht es in erster Linie um Menschen. Menschen, die aus ihrem Zuhause vertrieben werden», betonte Dresen. Die Reduktion von zusätzlichen drei Gigawatt Braunkohle eröffne die Möglichkeit, die bedrohten Dörfer zu erhalten.

Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen (CDU) am Tagebau Garzweiler II erwartet von der Landesregierung eine schnelle Aussage, was die empfohlene Reduktion von Kraftwerksleistung für die Tagebaue im Rheinischen Revier bedeutet. In Erkelenz läuft die Umsiedlung für fünf Orte mit 1600 Menschen. In manchen Fällen sei der halbe Ort schon weg und der halbe noch da. «Wir müssen schnell dazu kommen, dass das Land eine Aussage macht, wie es weitergeht», sagte Jansen. (dpa)

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