Landtagswahl

Nach der Wahl: NRW-Bevölkerung mehrheitlich für Schwarz-Grün

| Lesedauer: 6 Minuten
Sondersendung zur NRW-Landtagswahl

Sondersendung zur NRW-Landtagswahl

NRW hat gewählt - und wie wird das Land nun regiert? In unserer Sondersendung analysieren wir den Ausgang der Landtagswahl und diskutieren über mögliche Koalitionen und die wichtigstren politischen Baustellen in NRW.

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Köln/Düsseldorf.  "NRW-Check" nach der Landtagswahl: Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich Schwarz-Grün, auch die Grünen-Wähler ziehen das Bündnis vor.

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 15. Mail wünschen sich die meisten Bürgerinnen und Bürger ein Regierungsbündnis der Wahlsieger CDU und Grüne. Dies ist das Ergebnis im aktuellen „NRW-Check“, einer Umfrageserie des Forsa-Instituts im Auftrag von 39 nordrhein-westfälischen Tageszeitungen.

Alle Ergebnisse zur Landtagswahl in NRW finden Sie in unserem Datencenter.

Für 41 Prozent aller Wahlberechtigten ist Schwarz-Grün die erste Option unter den drei rechnerisch möglichen Bündniskonstellationen. 33 Prozent hätten am liebsten die „Ampel“ aus SPD, Grünen und FDP. 16 Prozent sprechen sich für die früher sogenannte Große Koalition von CDU und SPD aus.

NRW-Landtagswahl: Präferenz vor der Wahl bei Rot-Grün beziehungsweise Schwarz-Gelb

Kurz vor der Wahl lag die Präferenz noch klar bei Rot-Grün beziehungsweise Schwarz-Gelb. Eine dieser Kombinationen wünschten sich im „NRW-Check“ Ende April 24 beziehungsweise 20 Prozent der Bürgerinnen und Bürger. Beide Koalitionen sind allerdings durch das Wahlergebnis ausgeschlossen. Die nach dem Wahlsonntag möglichen Konstellationen Schwarz-Grün und Ampel kamen vor der Wahl nur auf Präferenzwerte von 9 beziehungsweise 8 Prozent.

Naturgemäß ist die Vorliebe für Schwarz-Grün unter den CDU-Wählern mit 79 Prozent am höchsten. Aber auch unter den Grünen-Wählern gibt es mit 50:47 ein leichtes Übergewicht zugunsten von Schwarz-Grün im Verhältnis zur Ampel. Diese wird mehrheitlich nur von der Wählerschaft der SPD (60 Prozent) und der FDP (37 Prozent) bevorzugt.

Bevölkerung in NRW sieht Auftrag für Regierungsbildung bei der CDU

Den Auftrag zur Regierungsbildung sehen die Menschen laut dem „NRW-Check“ mit 69 Prozent Anteil ganz eindeutig bei der CDU. Nur 9 Prozent glauben, dass die SPD am Zug sei. Dagegen weisen die Grünen-Wähler, deren Partei sowohl an einer schwarz-grünen Koalition als auch an einer Ampel beteiligt wäre, mit 75 Prozent der CDU den Auftrag zur Regierungsbildung zu. Bei den CDU-Wählern sind es – wenig überraschend – 100 Prozent. Aber selbst die SPD-Wähler erkennen mit 68 Prozent der CDU den Erstauftrag zur Regierungsbildung zu, nur 24 Prozent ihrer eigenen Partei.

An Schwarz-Grün richten die Menschen zugleich die größte Erwartung an eine erfolgreiche Regierungsarbeit. 46 Prozent aller Wahlberechtigten glauben, dass CDU und Grüne gemeinsam das Land am besten führen würden. Nur die Hälfte (23 Prozent) erwartet dies von der Ampel. In der Grünen-Wählerschaft bildet sich dieses Verhältnis noch deutlicher ab: Zwei Drittel (65) halten Schwarz-Grün für die erfolgversprechendste Kombination, ein Drittel (32 Prozent) die Ampel.

Trend für den Bund: Grüne in NRW gleich auf mit der SPD

Auch im Licht des Wahlausgangs bleiben die Wählerinnen und Wähler relativ konstant bei ihrer Entscheidung vom Sonntag – mit einem leichten Trend zu den Sieger-Parteien. Würde der Landtag jetzt erneut bestimmt, käme die CDU auf 36 Prozent (tatsächliches Ergebnis am 15. Mai: 35,7 Prozent). Die Grünen könnten sich sogar um weitere 3 Punkte von 18,2 Prozent auf 21 Prozent verbessern. Die SPD hingegen würde von 26,7 Prozent noch ein Stück weiter auf 25 Prozent absacken. FDP und AfD kämen auf je 5 Prozent, ein jeweils leicht schwächeres Ergebnis als am Sonntag.

In einer jetzt stattfindenden Bundestagswahl lägen die Grünen in NRW unterdessen gleich auf mit der SPD. Beide Parteien kämen im bevölkerungsreichsten Bundesland auf 25 Prozent der Stimmen. Die CDU würde mit 30 Prozent stärkste Kraft, würde aber ihr Ergebnis in der Landtagswahl klar verfehlen. FDP und AfD könnten mit jeweils 6 Prozent rechnen. Die Linke bliebe in NRW auch bei einer Bundestagswahl mit 2 Prozent weit unter der Fünf-Prozent-Hürde.

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Für den aktuellen „NRW-Check“ befragte Forsa am 16. Mai, dem Tag nach der Wahl, 1008 Wahlberechtigte aus Nordrhein-Westfalen. Die statistische Fehlertoleranz für die über das Forsa-Onlinepanel „omninet“ erstellte repräsentative Umfrage liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Das ist der "NRW-Check":

Auftraggeber des "NRW-Check" sind 39 Zeitungstitel aus Nordrhein-Westfalen mit einer täglichen gedruckten Auflage von rund zwei Millionen Exemplaren und einer durchschnittlichen wöchentlichen Gesamtreichweite in gedruckten wie digitalen Angeboten von rund 9,8 Mio. Leserinnen und Lesern (b4p-Studie I/2021).

Folgende Titel sind beteiligt: Aachener Nachrichten | Aachener Zeitung | Generalanzeiger Bonn | Neue Westfälische | Haller Kreisblatt I Lippische Landes-Zeitung | Mindener Tageblatt | Westfalen-Blatt | Ruhr Nachrichten | Hellweger Anzeiger | Recklinghäuser Zeitung | Rheinische Post | Siegener Zeitung | Bocholter Borkener Volksblatt | Neue Ruhr/Rhein Zeitung | Westfälische Rundschau | Westdeutsche Allgemeine Zeitung | Westfalenpost | Iserlohner Kreisanzeiger | Westfälischer Anzeiger | Der Patriot | Soester Anzeiger | Märkischer Zeitungsverlag I Kölner Stadt-Anzeiger | EXPRESS | Kölnische Rundschau | Westfälische Nachrichten | Ahlener Zeitung | Münstersche Zeitung |Tageblatt für den Kreis Steinfurt | Borkener Zeitung | Allgemeine Zeitung | Dülmener Zeitung | Ibbenbürener Volkszeitung | Münsterländische Volkszeitung | Emsdettener Volkszeitung | Westdeutsche Zeitung | Remscheider General-Anzeiger | Solinger Tageblatt

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