Unternehmertag

Laschet zu Firmenhilfen: "Wir müssen das alles zurückzahlen"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), hier noch auf der Regierungsbank im Landtag, war am Mittwochabend Hauptredner beim "Unternehmertag" in den Düsseldorfer Rheinterrassen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), hier noch auf der Regierungsbank im Landtag, war am Mittwochabend Hauptredner beim "Unternehmertag" in den Düsseldorfer Rheinterrassen.

Düsseldorf  Ministerpräsident Laschet liefert beim NRW-Unternehmertag eine Erklärung der Corona-Zahlen und mahnt zur Generationengerechtigkeit.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den zwischenzeitlich starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen in NRW vor allem mit der hohen Zahl an Familienbesuchen in Risikogebieten während der Sommerferien erklärt: „Die Heimkehrer aus den Urlaubsregionen haben die Zahlen nach oben gebracht.“ Wo Familienbesuche in bestimmten Regionen stattgefunden hätten, sei die Zahl der Infektionen höher gewesen „als bei Pauschaltouristen, die im Urlaub in Hotels waren, die ungefähr unsere Hygienestandards eingehalten haben“, so Laschet am Mittwoch beim traditionellen „Unternehmertag“ in Düsseldorf.

"Wir merken, dass die Werte derzeit runtergehen"

Der Ministerpräsident machte deutlich, dass Ballungsräume wie das Ruhrgebiet besonders anfällig für den neuerlichen Anstieg der Infektionen seien. „Die Kombination Urlaubsrückkehrer plus dichtbesiedeltes Land hat natürlich andere Zahlen als Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Laschet. Seit die Rückkehrer alle wieder normal im Arbeitsprozess seien, „merken wir, dass die Werte derzeit runtergehen“.

Der Regierungschef stellte sich hinter die jüngsten Corona-Maßnahmen der Bundesregierung wie eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, machte aber zugleich deutlich, dass der Staat nicht dauerhaft milliardenschwere Wirtschaftshilfen zahlen könne. „Wir müssen nach der Krise dazu kommen, das alles wieder zurückzuzahlen“, mahnte der Ministerpräsident. Die Generationengerechtigkeit gehöre wieder auf die Tagesordnung. Allein NRW hat in den vergangenen Monaten rund 4,5 Milliarden Euro an Unterstützung an 430.000 Unternehmen ausgezahlt. Laschet bezeichnete es als eine Lehre aus der Pandemie, dass Europa künftig kritische Infrastruktur wie medizinische Ausrüstung wieder stärker selbst vorhalten müsse: „Wir dürfen nicht mehr, um Cent-Beträge zu sparen, alles outsourcen.“

Lob vom Unternehmerpräsidenten: "Wir sind an Ihrer Seite"

Überraschend deutliches Lob für das wirtschaftspolitische Corona-Krisenmanagement der Landesregierung gab es von Unternehmerpräsident Arndt Kirchhoff: „Die Landespolitik hat einen guten Job gemacht.“ Selten sei der Austausch zwischen Wirtschaft und Politik so eng gewesen wie in den vergangenen Monaten. In wöchentlichen Videokonferenzen seien Rettungsmaßnahmen für die Unternehmen beraten worden.

Kirchhoff bezeichnete es als besonderes Verdienst von Laschet, im Lockdown früher als andere die Debatte über ein verantwortungsvolles Wiederhochfahren der Wirtschaft angeschoben zu haben. Das sei mutig, richtig und wichtig gewesen, wenn auch anfänglich nicht besonders populär, sagte Kirchhoff. Der Unternehmerpräsident schloss seine Rede mit einem Satz, den Laschet so noch vor wenigen Jahren nicht aus dem Arbeitgeberlager gehört hätte: „Wir sind an Ihrer Seite.“

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