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Laschet-Nachfolge? Parteitag der NRW-CDU steht schon mal

Auf dem Sprung nach Berlin: Sollte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im Dezember neuer CDU-Bundeschef werden, wird seine Nachfolge im Landesverband offenbar ganz schnell geklärt.

Auf dem Sprung nach Berlin: Sollte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im Dezember neuer CDU-Bundeschef werden, wird seine Nachfolge im Landesverband offenbar ganz schnell geklärt.

Foto: Peter Steffen / dpa

Düsseldorf.  Sollte Armin Laschet im Dezember CDU-Bundesvorsitzender werden, soll es im NRW-Landesverband ganz schnell gehen. Jetzt liegt der Terminplan vor.

In der nordrhein-westfälischen CDU haben die Planungen für eine mögliche Zukunft nach Armin Laschet begonnen. Wie unserer Redaktion aus Parteikreisen erfuhr, soll der nächste Landesparteitag bereits am 12. Dezember stattfinden. Als Austragungsort ist Dortmund im Gespräch. Sollte Ministerpräsident Laschet eine Woche zuvor am 4. Dezember in Stuttgart zum neuen CDU-Bundesvorsitzenden gewählt werden, stünde die Kür eines neuen NRW-Chefs im Zentrum des Landesparteitages.

Generalsekretär Josef Hovenjürgen bestätigte auf Anfrage den 12. Dezember als Terminvorschlag, verwies jedoch auf die abschließende Entscheidung des Landesvorstands am kommenden Montag. Wer Laschet im Falle seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden an der Spitze der NRW-CDU nachfolgen soll, ist weiterhin unklar.

Reul oder Laumann - ein Moderator soll wohl CDU-Landeschef werden

Als wahrscheinlichste Kandidaten werden inzwischen Innenminister Herbert Reul und Arbeitsminister Karl-Josef Laumann gehandelt, die selbst kein Landtagsmandat und keine Ambitionen auf die Laschet-Nachfolge als Ministerpräsident haben. In NRW kann laut Landesverfassung nur Regierungschef werden, wer selbst Mitglied des Landtags ist. Da unklar ist, ob ein CDU-Bundesvorsitzender Laschet auch Kanzlerkandidat der Union und im Herbst 2021 dann Bundeskanzler würde, soll es zu möglichst wenig Reibungsverlusten mit seinem Nachfolger im Landesvorsitz kommen. Reul (68) und Laumann (63) genießen schon aufgrund von Alter und Erfahrung hohe Wertschätzung als Integrationsfiguren.

Nur Verkehrsminister Wüst verfügt über Landtagsmandat und das richtige Alter

Sollte es Laschet tatsächlich ins Kanzleramt schaffen, müsste noch vor der nächsten Landtagswahl im Mai 2022 ein neuer Ministerpräsident aus der Mitte des Düsseldorfer Parlaments gewählt werden. Über Landtagsmandat, Regierungserfahrung und das richtige Alter verfügt als einziger namhafter CDU-Vertreter aktuell Verkehrsminister Hendrik Wüst (45), der deshalb als Favorit gilt.

Laschet konkurriert am 4. Dezember gegen den früheren Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz und Außenpolitiker Norbert Röttgen um die Nachfolge von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Der Sieger gilt als erster Anwärter auf die Kanzlerkandidatur der Union, muss sich jedoch noch Anfang 2021 mit CSU-Chef Markus Söder einigen.

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