Neujahrsansprache

Laschet fordert für 2021 „echte Mitbürgerlichkeit“

| Lesedauer: 3 Minuten
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchte am Silvesterabend den Kölner Hauptbahnhof, um sich über die Arbeit der Polizei zu informieren.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchte am Silvesterabend den Kölner Hauptbahnhof, um sich über die Arbeit der Polizei zu informieren.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Düsseldorf.  Der NRW-Ministerpräsident warnt vor dem Auseinanderdriften der Gesellschaft. Er lobt Ärzte, Lehrer und die Impfstoff-Forscher von Biontech.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Menschen in seiner Neujahrsansprache zu Solidarität aufgefordert: „Die größte Kraft liegt im Miteinander“, sagte er mit Blick auf die Coronakrise und die vielen Unwägbarkeiten im neuen Jahr.

Er habe im Jahr 2020 viele Menschen kennengelernt gesehen, die „echte Mitbürgerlichkeit“ vorgelebt hätten: „Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzte, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, die sich kreativ um Kinder gekümmert haben und niemanden zu verlieren; Verkäuferinnen und Verkäufer, die unsere Lebensmittelversorgung sichern; unzählige Mitarbeiter in den Ämtern und Ministerien, die im Management dieser Krise Unglaubliches geleistet haben.“

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"Gesellschaft darf nicht von Hass infiziert werden"

Der Regierungschef warnte vor einem möglichen Auseinanderdriften der Gesellschaft. Infektionsschutz und Eingriffe in Wirtschaft und Grundrechte müssten immer wieder sorgfältig abgewogen werden: „Lassen wir es nicht zu, dass unsere Gesellschaft von Hass und Aggression im Streit über die richtigen Maßnahmen infiziert wird. Gerade jetzt brauchen wir Respekt und Zusammenhalt.“

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Neujahrsansprache deutliche Worte für Corona-Leugner gefunden: „Ich kann nur ahnen, wie bitter es sich anfühlen muss für die, die wegen Corona um einen geliebten Menschen trauern oder mit den Nachwirkungen einer Erkrankung sehr zu kämpfen haben, wenn von einigen Unverbesserlichen das Virus bestritten und geleugnet wird“, sagte sie. „Verschwörungstheorien sind nicht nur unwahr und gefährlich, sie sind auch zynisch und grausam diesen Menschen gegenüber.“

Armin Laschet sagte, die Entwicklung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer gebe Anlass zur Hoffnung. Er sei stolz auf diese „Meisterleistung“ des Forschers Uğur Şahin und dessen Frau Özlem Türeci. Laschet erinnerte daran, dass Şahin in NRW gelernt und studiert hat. „Hoffentlich hilft sein Vorbild, dass wir Menschen mit einer Einwanderungsgeschichte mehr Respekt entgegenbringen.“

Angesichts einer derzeit in Europa kaum zu bedienenden Nachfrage nach dem Impfstoff arbeitet Biontech am Aufbau neuer Produktionskapazitäten. Uğur Şahin sagte dem „Spiegel“: „Momentan sieht es nicht rosig aus, es entsteht ein Loch, weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir diese Lücke füllen müssen.“ Deutschland werde aber „genug Impfstoff bekommen“.

Merz warnt vor längeren Schulschließungen

Kurz vor der nächsten Bund-Länder-Runde am Dienstag zur möglichen Fortsezung des Lockdowns meldete sich neben Laschet auch einer seiner Rivalen um den CDU-Bundesvorsitz zu Wort: Friedrich Merz warnte gegenüber dieser Redaktion vor längeren Schulschließungen. Die Schulen müssten „so schnell wie möglich wieder geöffnet werden“, sagte er und stellte sich damit hinter einen umstrittenen Vorstoß der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Bisher ist unklar, wie es in den Schulen nach dem 10. Januar weitergeht. Die Kultusminister wollen am Montag darüber reden.

Die Infektionslage ist offenbar weiter sehr besorgniserregend. Die Gesundheitsämter in NRW meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt 3696 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden. Verzögerungen bei der Übermittlung der Daten und weniger Tests infolge der Feiertage lassen aber nur begrenzt Rückschlüsse auf die Entwicklung zu. (mit dpa)

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