Kitas und Pandemie

Kitas in Not: NRW reaktiviert das Alltagshelfer-Programm

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In vielen Kitas arbeitet das Personal am Limit. Nun sollen wider Alltagshelfer dazustoßen.

In vielen Kitas arbeitet das Personal am Limit. Nun sollen wider Alltagshelfer dazustoßen.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Düsseldorf  Die Landesregierung reagiert auf die drastisch steigenden Infektionszahlen in Kitas und ebnet den Weg für neue "Alltagshelfer".

Als Reaktion auf die drastisch gestiegenen Infektionszahlen unter Kita-Kindern sowie unter Erzieherinnen und Erziehern kündigte die Landesregierung am Donnerstag an, das „Kita-Alltagshelfer-Programm“ wieder aufzulegen. Dabei handelt es sich um Hilfskräfte, die zum Beispiel darauf achten, dass Hygieneregeln eingehalten werden.

„Weil die pandemische Lage in den Kitas in nächster Zeit nicht beendet sein wird, ist geplant, das Alltagshelferprogramm bis zum Ende des Kindergartenjahres 2021/22 wieder aufzunehmen“, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) im Familienausschuss. Die Regierung kommt damit einer Forderung von SPD und Grünen nach.

Verband VBE: "Korrektur einer Fehlentscheidung"

Das Alltagshelfer-Programm war im Sommer 2020 aufgelegt worden und endete nach einem Jahr. Drei von vier Kitas machten von dem Angebot Gebrauch, etwa 5000 Hilfskräfte konnten gewonnen werden. Sie bekamen auch Perspektiven für eine dauerhafte Beschäftigung in der Kindertagesbetreuung.

Für die Neuauflage stellt das Land bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Damit korrigiere NRW eine Fehlentscheidung, so der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in NRW. Zuvor war bekannt geworden, dass sich die Zahl der Corona-Infektionen bei Kindergartenkindern von Oktober auf November auf 2436 versechsfacht hat.

Stamp versicherte, es sei „unmöglich“, landesweit flächendeckend PCR-Pool-Test für Kita-Kinder anzubieten, weil dafür die Labor-Kapazitäten fehlten und auch nicht aufgebaut werden könnten. Wer suggeriere, dies ginge dennoch, verbreite „Fake-News“, sagte der Minister zur Opposition. „Man kann da viel fordern, man wird es nicht umsetzen können“, bestätigte der Essener Virologe Prof. Ulf Dittmer gegenüber dieser Redaktion. SPD-Familienexperte Dennis Maelzer warf Stamp dennoch vor, nicht alle Kapazitäten für Pool-Testungen zu nutzen, zum Beispiel die Veterinär-Untersuchungsämter.

In einzelnen Kommunen gibt es PCR-Pool-Testangebote für Kita-Kinder.

Bald Test-Dokumentationspflicht für Eltern von Kita-Kindern?

Nicht auszuschließen ist, dass künftig in NRW die Eltern von Kita-Kindern dazu verpflichtet werden, die morgendlichen Schnelltests zu dokumentieren. In Bayern wird es diese Vorschrift geben. Dort müssen nach den Ferien Eltern dreimal wöchentlich „glaubhaft versichern“, dass bei dem Kind ein Selbsttest mit negativem Ergebnis vorgenommen wurde. Stamp ist aber noch „skeptisch“ und verweist auf Familien mit Sprachproblemen.

Keine verlängerten Weihnachtsferien in NRW

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat am Donnerstag klargestellt, dass es in NRW keine vorgezogenen Weihnachtsferien geben werde: „Die Landesregierung hat nicht die Absicht, die Weihnachtsferien zu verlängern. Ferien sind gut und wichtig, aber jeder Tag Schule auch, zumal es ja noch viel nachzuholen gilt aus dem vergangenen Jahr. Letztlich ist die Verlängerung von Ferien auch eine Art Schulschließung, und damit helfen wir weder den Kindern noch den Familien.“

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