Neue Zahlen

IS-Rückkehrer: Mit wie vielen Kämpfern NRW rechnen muss

Islamisten aus NRW, die in Syrien vom IS an der Waffe ausgebildet wurden, bereiten den Sicherheitsbehörden in NRW zunehmend Sorgen.

Islamisten aus NRW, die in Syrien vom IS an der Waffe ausgebildet wurden, bereiten den Sicherheitsbehörden in NRW zunehmend Sorgen.

Foto: Uncredited / dpa

Düsseldorf.  Nach der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien muss mit Rückkehrern aus den Krisengebieten gerechnet werden. Wie NRW sich wappnet.

Nach der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien wächst bei den Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen die Sorge wegen der möglichen Rückkehr von radikalen Kämpfern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) aus den Krisengebieten.

Man gehe davon aus, dass sich noch etwa 100 IS-Kämpfer mit NRW-Bezug in Nordsyrien aufhielten, erklärte Innenminister Herbert Reul (CDU) in einer aktuellen Vorlage für den Innenausschuss des Landtags am Donnerstag. „Beim Großteil dieser Personen ist von Rückkehrabsichten auszugehen“, so Reul. Allerdings gebe es auch Hinweise darauf, dass einige Islamisten aus Furcht vor Strafverfolgung oder aus ideologischer Überzeugung nicht nach Deutschland zurückkehren wollen.

260 Islamisten haben NRW verlassen, um für den IS zu kämpfen

Insgesamt haben in den vergangenen Jahren etwa 260 Islamisten NRW verlassen, um sich in Kampfgebieten dem IS anzuschließen. „Eine unkontrollierte Rückkehr von IS-Kämpfern und ihren Angehörigen nach Nordrhein-Westfalen gilt es zu verhindern“, heißt es in der Vorlage. Deutschland hat alle etwa 1050 Personen, die Deutschland mit dem Ziel verließen, sich dem Islamischen Staat anzuschließen, im Schengener Informationssystem (SIS) mit dem Zusatz „ausländischer Kämpfer“ erfassen lassen, um eine unbemerkte Wiedereinreise in die EU zu verhindern.

Sollte ein IS-Kämpfer dennoch unbemerkt nach NRW zurückkehren können, ist das Gefahrenpotenzial offenbar erheblich: „Es ist davon auszugehen, dass insbesondere zurückkehrende männliche IS-Anhänger im Umgang mit Waffen, möglicherweise sogar Spreng- sowie weiteren Kampfstoffen geschult wurden und über Kampferfahrung verfügen“, warnt das Innenministerium.

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