Europawahl

Hochschulen rufen Studenten auf: Geht zur Europa-Wahl

Mit Erasmus ins Ruhrgebiet oder in die weite Welt: Iana Primovici, Lukas Zaghow und Jana Henninger (v.l.) studieren an der Ruhr-Uni und profitierten von dem EU-Programm Erasmus. Für Tausende Studierende ist ein offenes Europa selbstverständlich.

Mit Erasmus ins Ruhrgebiet oder in die weite Welt: Iana Primovici, Lukas Zaghow und Jana Henninger (v.l.) studieren an der Ruhr-Uni und profitierten von dem EU-Programm Erasmus. Für Tausende Studierende ist ein offenes Europa selbstverständlich.

Foto: Ralf Rottmann

Bonn.   Aktion „Grenzenlos studieren. Europa wählen“ ruft die rund 770.000 Studierenden in NRW auf, sich für ein freies Europa stark zu machen.

Die Hochschulrektoren und das Deutsche Studentenwerk rufen die rund 770.000 Studierende in NRW auf, bei der Europawahl am 26. Mai ihre Stimme abzugeben. „Grenzenlos studieren. Europa wählen“ ist der Titel der gemeinsamen Aktion, die am Mittwoch ins Leben gerufen wurde.

Für die Studenten sei grenzenlose Mobilität in einem friedlichen Europa heute selbstverständlich. Sie pflegen Freundschaften zu Menschen in anderen Ländern oder studieren im Ausland, sagte Prof. Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) mit Sitz in Bonn. Zugleich wachse der Einfluss populistischer und nationalistischer Kräfte in vielen Ländern.

„Europa ist kein Selbstläufer“, mahnte Alt bei der Präsentation der Initiative am Mittwoch in Berlin. „Wir möchten deutlich machen, wie wichtig diese Wahl für die Zukunft des Einzelnen werden kann.“ Jeder solle sich fragen, in welchem Europa er künftig leben will und dann seine Stimme abgeben, appellierte Alt an die Studierenden. Die Hochschulrektoren seien tief besorgt über den gewachsenen Einfluss populistischer Kräfte in Europa. Dies bedrohe auch die Freiheit der Wissenschaft und der Lehre.

Studenten profitieren von internationalem Austausch

Prof. Rolf-Dieter Postlep, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), ergänzte: „Die Studierenden sind eine wichtige Stimme gegen Wissenschaftsfeindlichkeit und Populismus in Europa. Sie tun gut daran, diese EU-Wahl sehr ernst zu nehmen und sich für ein Europa der Weltoffenheit und der Toleranz einzusetzen.“

Wie wichtig und intensiv der Austausch bereits ist, zeigen die Daten des EU-Austauschprogramms Erasmus. Mehr als 40.000 deutsche Teilnehmer profitieren pro Jahr von der EU-Förderung, haben Studentenaustauschprogramme, Praktika oder Arbeitserfahrung im europäischen Ausland absolviert. Im selben Zeitraum kamen knapp 35.000 ausländische junge Menschen nach Deutschland.

Aufruf zu lokalen und regionalen Aktionen

Auch für die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ist die Internationalisierung ein wichtiges Ziel. Im Wintersemester 2017/18 besaßen insgesamt 93.400 Studierende an den Hochschulen zwischen Rhein und Ruhr einen ausländischen Pass. Dies waren erneut 1300 Personen bzw. 1,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für die Leistungsfähigkeit der Hochschulen sei dieser Austausch und die internationale Zusammenarbeit unverzichtbar, betonte Alt.

HRK und DSW bitten alle Hochschulen und Studentenwerke vor Ort um Unterstützung und riefen zu lokalen und regionalen Aktionen auf.

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