Sicherheit

Fußball-Krawalle: Reul nimmt Vereine in die Pflicht

Krawall auf der Tribüne: Schalker Ultras im März in Mainz.

Foto: TEAM2Sportphoto

Krawall auf der Tribüne: Schalker Ultras im März in Mainz. Foto: TEAM2Sportphoto

Düsseldorf.   Fußball-Randale und kein Ende: Die Vereine tun immer noch zu wenig dagegen, findet Innenminister Herbert Reul (CDU). Was er nun unternehmen will.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert von den Bundesliga-Clubs mehr Engagement gegen Fußball-Krawalle. „Ich werde in der Innenministerkonferenz dafür werben, die Vereine für die Sicherheit in den Stadien stärker in die Pflicht zu nehmen“, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) der WAZ.

Die Fragen von personalisierten Tickets, reduzierten Kartenkontingenten für Auswärtsmannschaften bei Hochrisikospielen und einer konsequenten Durchsetzung von Stadionverboten für bekannte Krawallmacher seien für ihn „noch nicht zufriedenstellend beantwortet“, so Reul weiter. NRW hat für die Innenministerkonferenz Anfang Juni in Quedlinburg den Beratungspunkt „Einsatzbewältigung aus Anlass von Fußballspielen“ angemeldet.

Eine Beteiligung der Deutschen Fußball Liga (DFL) an den Polizeikosten für Hochrisikospiele lehnt die Landesregierung dagegen weiterhin ab. Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sei Aufgabe des Staates und zwar unabhängig von der Finanzkraft des Betroffenen. „Wenn wir anfangen, Rechnungen zu schreiben, fällt auch die Abgrenzungen zu anderen kommerziellen Großveranstaltungen schwer“, sagte Reul.

Bremen berechnet Polizeieinsätze

Rheinland-Pfalz hat sich dagegen jüngst als erstes Flächenland hinter die Forderung Bremens nach einer Beteiligung der DFL an den Polizeikosten bei Hochrisikospielen in der 1. und 2. Bundesliga gestellt. Reuls Mainzer Amtskollege Roger Lewentz (SPD) sagte, bei den enormen Summen, die mittlerweile im Profifußball unterwegs seien, müsse die Politik auch die Akzeptanz der Bürger im Blick behalten.

Bremen wich bislang als einziges Bundesland von einem Beschluss der Innenminister-Konferenz ab und stellte für Derby-Einsätze zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV Rechnungen aus. Das Bremer Oberverwaltungsgericht hatte im Februar entschieden, dass die DFL grundsätzlich an solchen Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen beteiligt werden dürfe. Das letzte Wort dazu hat nun das Bundesverwaltungsgericht.

Die NRW-Bereitschaftspolizei wendet ein Drittel der Jahresarbeitszeit für den Fußball auf. Allein die Spiele der Rivalen Schalke und Dortmund sowie Gladbach und Köln binden jeweils mehr als 1500 Einsatzkräfte.

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