Schulmilch

Foodwatch-Kritik: NRW fördert als letztes Land Schulkakao

Das Schulmilchprogramm erreicht über 200.000 Kinder in Schulen und Kitas in NRW.

Das Schulmilchprogramm erreicht über 200.000 Kinder in Schulen und Kitas in NRW.

Foto: Gerd Lorenzen

Essen.   Nach einem Kurswechsel in Brandenburg und Berlin ist NRW das letzte Land, dass zuckerhaltigen Schulkakao subventioniert. Foodwatch kritisiert das

Die Verbraucherschutzorganisation „Foodwatch“ appelliert an die schwarz-gelbe Landesregierung, als inzwischen letztes Bundesland die Subventionierung gezuckerter Milchprodukte für Schüler zu stoppen. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) müsse das Schulmilchprogramm umgehend überarbeiten, sagte Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation, am Donnerstag.

„In 15 von 16 Bundesländern soll in Zukunft keine gezuckerte Schulmilch mehr mit Steuergeldern gefördert werden“, sagte Rücker. „NRW darf sich den Argumenten von Ernährungswissenschaftlern, Kinder- und Zahnärzten nicht verschließen.“

SPD: Es geht nicht um Verbote für Eltern

NRW, Berlin und Brandenburg waren bisher die letzten Bundesländer, die auch zuckerhaltige Schulmilch mit EU-Geldern gefördert haben. Am Mittwoch hat sich der Brandenburger Landtag von dieser Praxis verabschiedet und die rot-rote Landesregierung zur Änderung des Schulmilchprogramms aufgefordert.Da Berlin und Brandenburg ein gemeinsames Schulmilchprogramm betreiben, gilt die Absage an Schulkakao und Vanillemilch auch für die Hauptstadt.

Zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 hat die Europäische Union ihr Förderprogramm für das Schul- und Kitaessen überarbeitet. Es sollten nur noch Lebensmittel ohne zugesetzten Zucker subventioniert werden. Mitgliedsstaaten konnten aber Ausnahmen schaffen.

NRW förderte zunächst weiterhin auch Erdbeer- und Vanillemilch. Erst unter massiver Kritik stoppte das Land diese Praxis 2018. Bis heute können Schüler aber verbilligt zuckerreduzierten Kakao in der Schule erhalten.

Ein Sprecher des NRW-Verbraucherschutzministeriums sagte am Donnerstag, das Landes-Schulmilchprogramm werde geprüft. Dazu werden Eltern nach den Osterferien befragt. Ergebnisse aus der Befragung sollen im laufenden Schuljahr veröffentlicht werden.

Das Land NRW stellt für das Schulmilchprogramm aktuell 2,6 Millionen Euro aus EU- und 370.000 Euro aus Landesmitteln bereit. Damit werden über 200.000 Kinder in Schulen und Kitas erreicht. Für Milch zahlen die Eltern maximal 30 Cent, für Kakao 42 Cent.

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