Corona-Impfung

Infrastruktur für Impfzentren soll bis Weihnachten stehen

Vielleicht schon in wenigen Wochen möglich: Impfungen gegen das Coronavirus.

Vielleicht schon in wenigen Wochen möglich: Impfungen gegen das Coronavirus.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Düsseldorf  Am Montag verhandeln Land und Städte über die mindestens 53 Corona-Impfzentren in NRW. Bis Weihnachten müssen sie funktionieren können.

Im Kampf gegen die Pandemie beginnt jetzt die entscheidende Phase. Impfstoff-Kandidaten könnten in Kürze zugelassen werden. Für diesen Tag X bereitet sich NRW intensiv vor. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verhandelt am Montag mit den Oberbürgermeistern und Landräten über den Aufbau großer Impfzentren, die flächendeckend Massenimpfungen möglich machen sollen. Ziel: „Die Impfstruktur muss vor Weihnachten stehen“, so Laumann. Er gesteht ein, dass er „Manschetten“ vor dieser „Mammutaufgabe“ habe.

Was erwartet das Land von Städten und Kreisen?

„Die Kommunen müssen das Land unterstützen und Verantwortung übernehmen“, sagte der Gesundheitsminister vor dem Treffen. Sie sollen schnell geeignete Orte nennen , für Strom, Wasser und Heizung sowie für die Sicherheit mit Security-Personal sorgen. Jede Ebene bekommt ihre Aufgabe: Die Bundesregierung muss den Impfstoff beschaffen und ausliefern, NRW übernimmt Lagerung und Logistik und hat schon 20,2 Millionen Spritzen bestellt.

Was erwarten die Kommunen vom Land?

„Selbstverständlich sind die Städte bereit, den Aufbau und Betrieb von Impfzentren organisatorisch und logistisch zu unterstützen. Zum Beispiel können Städte Grundstücke oder Räumlichkeiten bereitstellen oder vermitteln und die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen koordinieren“, sagte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städtetages NRW, dieser Zeitung.

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Die Städte benötigten aber "rasch klare Aussagen des Landes, welche Aufgaben beim Aufbau und Betrieb der Corona-Impfzentren durch die Kommunen zu erfüllen sind. Die Kosten, die den Kommunen dabei entstehen, muss das Land ausgleichen, soweit nicht der Bund oder die Krankenkassen dafür aufkommen“, betont Dedy.

Geht NRW darauf ein?

Stand heute: ja. Die Hälfte der Kosten für Errichtung und Betrieb der Impfzentren übernehme das Land, die andere Hälfte der Bund beziehungsweise der Gesundheitsfonds, so die Landesregierung. Auf die Kommunen entfallen „nach bisherigem Planungsstand“ keine weiteren Kosten.

Wie viele Zentren werden eingerichtet?

Jeder der 31 Landkreise, und jede der 22 kreisfreien Städte sollen ein Impfzentrum bekommen, große Städte wie Köln mehrere. Manche Orte stehen wohl schon fest. So will Münster die Halle Münsterland nutzen, der Kreis Steinfurt den Flughafen Münster/Osnabrück.

Dort sollen Menschen vor Ort geimpft werden, in den Zentren wird aber auch die „mobile Impfung“ für die Regionen organisiert. Am Anfang, wenn noch nicht genug Impfstoff für alle da ist, werde es „vor allem aufsuchende Impfungen geben“, so Laumann: Hochaltrige, Pflegebedürftige und Vorerkrankte möglichst dort, wo sie leben. Voraussetzung: Der Impfstoff ist für diese Menschen verträglich.

Mit welchen Problemen rechnet das Land?

Die Lagerung des Impfstoffes – wahrscheinlich muss er stark gekühlt werden – und seine Aufbereitung sind kompliziert. Das Land verhandelt mit den Apothekerverbänden, um Spezialisten zu finden. Rund 100 Apotheken in NRW haben eine Lizenz zur Herstellung von Krebsmedikamenten. Sie, so ist es angedacht, könnten auch „in großem Umfang“ den Impfstoff aufbereiten. Parallel laufen Gespräche mit den Kassenärztlichen Vereinigungen, Sie tragen die Verantwortung für das Impfen selbst.

Wer wird zuerst geimpft?

Das muss die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut noch erklären, dafür aber abwarten, welche Impfstoffe zur Verfügung stehen. Wenn möglich, sind zuerst „vulnerable Gruppen“ wie Vorerkrankte dran, dann Mitarbeiter im Gesundheitswesen, dann „systemrelevante“ Personen wie Polizisten. Städtetag NRW-Geschäftsführer Dedy mahnt: „Bei den Impfungen müssen wir die Menschen mitnehmen und gut informieren.“

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