MRSA-Fälle

Coronakrise: Viel weniger Fälle von Krankenhauskeimen

Händehygiene im Krankenhaus: In Corona-Zeiten noch strenger beachtet. 

Händehygiene im Krankenhaus: In Corona-Zeiten noch strenger beachtet. 

Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Düsseldorf  Kliniken in Deutschland hatten lange Probleme mit Krankenhauskeimen. Die Coronakrise scheint dies deutlich abzumildern.

Die Zahl der dem Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Fälle von Krankenhauskeimen (MRSA) ist in den vergangenen Monaten bundesweit und in NRW auf einen Tiefstand gesunken. Bis zum 3. September zählte das RKI im laufenden Jahr 852 Fälle. Im Jahr 2019 waren es insgesamt 1810, im Rekordjahr 2012 sogar fast 4500 Fälle, wie das RKI auf Anfrage dieser Redaktion mitteilte.

Ein Zusammenhang mit der Coronakrise ist offensichtlich. Ende März, kurz nach dem Beginn des Lockdowns, wurden dem RKI zum Beispiel nur noch 14 MRSA-Fälle gemeldet (Vorjahresmonat: 50). In NRW gab es bis Anfang September 266 Meldungen (Vorjahr insgesamt: 589). Über die Gründe für diesen Rückgang wollte sich das RKI nicht äußern. Dafür sei es noch zu früh. Aber den Trend gibt es schon länger.

Weniger Patienten, mehr Abstand

Ein Sprecher der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen führt den Trend darauf zurück, dass die Kliniken ihre Kapazitäten aufgrund der Coronakrise in diesem Jahr deutlich zurückgefahren haben.

Dem schließt sich auch Birgit Ross, Expertin für Krankenhaushygiene an der Uniklinik Essen an. Corona-Maßnahmen wie die Abstandsregeln dürften ebenfalls dazu beitragen, dass die Probleme mit MRSA in diesem Jahr so deutlich zurückgehen. „Krankenhauskeime werden über Kontakt übertragen“, so Ross. In der Folge der Corona-Maßnahmen säßen Patienten nicht mehr eng nebeneinander, es kämen auch viel weniger Besucher in die Kliniken.​

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