Corona

Corona: NRW will neuen landesweiten Lockdown verhindern

Virologe Dittmer über mögliche Corona-Impfstrategie

Wer wird zuerst geimpft? Virologe Prof. Dittmer erklärt, worauf es bei einer Impfstrategie ankommt. Außerdem: Wie gut sind Kunststoffvisiere?

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Düsseldorf.  Die Landesregierung berät bei einer Klausurtagung im Münsterland über die Folgen der steigenden Corona-Zahlen in Städten wie Hamm und Remscheid.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat trotz des starken Anstiegs von Corona-Infektionen in einzelnen NRW-Städten neuerliche landesweite Einschränkungen für die Bürger ausgeschlossen.

„Wir haben vor einigen Wochen das Prinzip einer lokalen Corona-Bremse eingeführt. Wir wollen keinen flächendeckenden Lockdown mehr, sondern wir wollen da, wo Zahlen steigen, sehr schnell effektiv unsere Maßnahmen wirken lassen“, sagte Laschet am Dienstag am Rande einer Kabinettsklausur in Isselburg. Man müsse für ein Infektionsgeschehen in Hamm „nicht Menschen in der Eifel oder im Sauerland leiden lassen“.

Stadt Hamm hat Corona-Auflagen wieder verschärft

Die Stadt Hamm hatte zuvor wegen der hohen Zahl von 87,1 Infizierten je 100.000 Einwohner binnen einer Woche die Bewegungsfreiheit ihrer Bürger wieder spürbar eingeschränkt. Im öffentlichen Raum dürfen sich dort für vorerst zwei Wochen nur noch fünf Personen (bisher: 10) oder Mitglieder zweier Haushalte treffen. Zudem wurde in allen weiterführenden Schulen Hamms wieder eine Maskenpflicht auch im Unterricht eingeführt.

Als Ausgangspunkt für die Infektionswelle gilt eine mehrtägige Großhochzeit in Hamm, Dortmund und Werl. Nach Angaben der Stadt Hamm vergnügten sich zwischen dem 4. und dem 6. September wohl zwischen 500 und 600 Gästen auf diesen Feiern.

Armin Laschet kündigt bei Verstößen ein „Null-Toleranz-Prinzip“ an

Ministerpräsident Laschet kündigte ein „Null-Toleranz-Prinzip“ bei Verstößen gegen Corona-Auflagen für Feste an. „Wir haben ermöglicht, dass private Feiern möglich sind. 95 Prozent aller Menschen gehen damit verantwortlich um.“ Wer sich nicht an Regeln halte, werde wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt, drohte Laschet. Auch die Stadt Remscheid muss ihre Corona-Auflagen wieder verschärfen, weil die 7-Tage-Inzidenz hier den kritischen Wert von 50 überschritten hat. Der Krisenstab empfahl das Tragen von Alltagsmasken in der Öffentlichkeit im gesamten Stadtgebiet.

Signale der Entspannung kamen dagegen aus Gelsenkirchen. Dort sank der Inzidenzwert am Dienstag von 44 auf 38. Damit steigen die Chancen, dass Schalke 04 am Wochenende doch vor Publikum spielen kann. Laschet wollte auch die Weihnachtsmarkt-Saison der NRW-Innenstädte noch nicht abschreiben: „Ich kann mir Weihnachtsmärkte vorstellen, allerdings unter den klaren Bedingungen Abstand und Ähnlichem.“

Martinsumzüge halte er „für das geringste Problem“. Wenn Kinder in der Kita auf engstem Raum zusammen seien, „sollte es an der frischen Luft mit Abstand gelingen, eine Martinsfackel über die Straße zu tragen.“

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