Tanklaster-Unfall

Brand auf A40: Bald soll der Verkehr hier wieder rollen

Mülheim: Tanklaster-Brand auf der A40

In Mülheim-Styrum ist am Donnerstag ein Lkw in Brand geraten. Hohe Rauchsäulen sind bis Duisburg sichtbar.

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Düsseldorf/Mülheim.  Erleichterungen für Pendler nach dem Tanklaster-Brand auf der A40 sind in Sicht: Ab Montag soll die Autobahn wieder freigegeben werden.

  • Nach dem Brand auf der A40 – ein Tanklaster explodierte bei Mülheim-Styrum unter einer Eisenbahnbrücke – soll ab Montag (5. Oktober) der Verkehr auf der Autobahn wieder rollen. Spätestens Donnerstag sollen die Reparaturarbeiten der Fahrbahn starten.
  • Zwei Spuren will Straßen.NRW dann nach dem Brand eines Tanklasters auf der A40 freigeben. Die Mittelleitplanke soll zunächst durch eine mobile Lösung ersetzt werden. Tempo 80 in der Baustelle soll möglich sein.
  • Die Deutsche Bahn hat nach dem Brand auf der A40 bereits ihren Ersatzfahrplan deutlich verbessert: „Die beiden Gleise - je ein Gleis für die S-Bahn und eines für den Regional- und Fernverkehr - können ausschließlich von Duisburg in Fahrtrichtung Essen befahren werden“, schreibt die Deutsche Bahn.

Gute Nachrichten für Pendler nach dem verheerenden Brand auf der A40 bei Mülheim-Styrum: Am Montag, 5. Oktober, soll die Sperrung der A40 aufgehoben werden. Sie soll dann mit nur wenigen Einschränkungen auf allen Spuren befahrbar sein. Die Bahn hat ihren Ersatzfahrplan deutlich verbessert: Die wichtigsten Antworten, nachdem ein Tanklaster unter einer Eisenbahnbrücke explodierte:

Wie lange bleibt die A40 nach dem Brand gesperrt?

Drei Tage veranschlagt Straßen-NRW-Bau-Chef Peter Belusa, um rund 3000 Quadratmeter Asphalt schichtweise zu erneuern. Das Problem: Es stehen weitere Brücken an der Stelle. „Dort können Sattelschlepper nicht kippen. Wir müssen kleinere Fahrzeuge einsetzen. Das verzögert die Arbeiten etwas.“

Die „Mittelleitplanke“, im Fachjargon Betongleitwand genannt, wird zunächst durch eine mobile Lösung ersetzt. Die Fahrbahnen werden baustellenmäßig gelb markiert. „Wir können jedoch zwei Spuren pro Fahrtrichtung erhalten. Sie werden auch nicht groß enger werden.“ Peter Belusa ist zuversichtlich, dass Tempo 80 in der Baustelle möglich sein wird. Wenn alles gut läuft ab Montag, 5. Oktober. Weil aber eine Behelfsbrücke gebaut wird, kann es danach zeitweise zu weiteren Einschränkungen kommen.

Bis dahin müssen Autofahrer die Sperrung zwischen Mülheim-Styrum und Kreuz Kaiserberg in Duisburg umfahren. Hier eine Karte und Tipps.

Weitere Informationen zum Brand auf der A40:

Wann fährt die Bahn nach dem Brand auf der A40 wieder normal?

Die Bahn spricht von einer enormen Verbesserung des Fahrplans seit Montag. In einigen Wochen, so die Hoffnung, könnte noch einmal ein großer Schritt Richtung Normalisierung erfolgen, falls die statische Prüfung zweier weiterer Brücken positiv ausfällt. In einigen Monaten, wenn die Hilfsbrücke steht, könnten die Züge wieder wie zuvor fahren, einige jedoch wahrscheinlich mit verringerter Geschwindigkeit.

Hintergrund: An der Unfallstelle stehen insgesamt fünf Brücken parallel, vier sind von der Deutschen Bahn, eine gehört zu einer stillgelegten Zechenbahn. „Brücke drei“ wird seit Montag abgerissen. „Brücke 5“ wird am Sonntag wieder freigegeben, und die zwei restlichen werden noch geprüft.

Hier hat die Hitze des Feuers durchaus „starke Beschädigungen“ und Abplatzungen verursacht. Wann die Prüfung zu einem Ergebnis kommt, konnte Hendrik Penner noch nicht sagen. „Materialproben sind genommen, die Bewährung wird bereits untersucht. Aber wir brauchen Sicherheit. Es wird einige Wochen dauern.“ Verbesserungen sollen schrittweise in den Fahrplan einfließen.

Wie sieht der neue Fahrplan der Bahn aus?

Dies sind die Veränderungen. Die Infos sollen mittlerweile auch in der normalen Fahrplanauskunft der Bahn verfügbar sein:

  • Der Fernverkehr Richtung Dortmund läuft wieder auf dem Regelweg. Macht eine Fahrzeitverkürzung von etwa 15 Minuten. Dies betrifft auch die Züge des RRX 1 (abellio; Aachen – Hamm) und die Züge des RE 42 (DB Regio, Mönchengladbach – Münster).
  • In der Gegenrichtung fahren die Züge beider Linien allerdings weiter die bekannte Umleitung über Oberhausen, Essen-Altenessen und Gelsenkirchen.
  • Im Fernverkehr werden die Städte Essen und Bochum wieder angebunden in Fahrtrichtung Dortmund. Die meisten Züge aus Köln können auf ihrem ursprünglichen Fahrweg verkehren.
  • Nahverkehr: RE 1 und RE 42 fahren nun wieder ohne Umleitung zwischen Duisburg und Dortmund.
  • Auch werden die Städte Mülheim, Essen und Bochum im Nahverkehr angebunden.
  • Die S3 (abellio, Hattingen Mitte - Oberhausen) endet nicht wie bislang in Essen HBF sondern fährt weiter nach Mülheim-Styrum.
  • In Gelsenkirchen macht der RE1 einen Ersatzhalt auf seinem Umleitungsweg von Dortmund nach Duisburg.
  • Der Thalys soll ab 5. Oktober wieder fahren.

Die vorherigen Streckenänderungen finden Sie in den Verkehrsmeldungen der Bahn.

Warum kann man nicht alles über die unbeschädigte Brücke leiten?

„Wir reden über die Hauptachse von NRW, eine der am stärksten befahrenen Strecken im gesamten Bundesgebiet“, erklärt Christian Golenia von der DB Netz. Die Brücke 2 war dem Güterverkehr vorbehalten, hier fuhren 27 Züge pro Tag. Die Brücken 3 und 5 bedienten die Strecke Duisburg-Essen, jeweils in eine Fahrtrichtung, wobei jede Brücke ein Fern- und ein S-Bahngleis hat. Hier fuhren zusammen 284 Züge pro Tag. Auf Brücke 4 fuhren etwa 150 S-Bahnen pro Tag.

Brücke 5 ist als einzige weitgehend unbeschädigt geblieben. Sie sei jedoch mit ihrem Regelverkehr gut ausgelastet, so Golenia. „Sie kann ein Viertel des Verkehrs der abgerissenen Brücke 3 aufnehmen.“ Der Rest läuft als Schienenersatzverkehr, wird über Wuppertal umgeleitet oder fällt aus. Jedoch ist Brücke 5 führ den Richtungsbetrieb von Duisburg nach Essen vorgesehen. Darum müssen Pendler in Gegenrichtung länger warten auf Verbesserungen.

Warum dauert der Ersatzbau so lange?

Es gibt zwar Standardelemente: Im rheinland-pfälzischen Konz hält die Bahn sogenannte SE-Brücken mit einer Stützweite bis zu 33 Metern vor. Sie können als Straßen-oder Eisenbahnbrücken eingesetzt werden. Um die vierspurige A40 zu überspannen, sind jedoch insgesamt vier Hilfsbrücken nötig. Ihr Bau wird Monate dauern.

So müssen Stützpfeiler in der Mitte der Autobahn gebaut werden, Tiefenbohrungen, Widerlager, statische Berechnungen – all das kostet Zeit. Das Eisenbahnbundesamt muss die Konstruktion schließlich abnehmen. Und sie mus lange halten. Denn für einen echten Neubau veranschlagt Hendrik Penner vier bis sechs Jahre. Allein die Kosten für Abriss, den Bau von Hilfsbrücken und den Neubau der Brücke liegen schon jetzt im zweistelligen Millionenbereich.

Brand auf der A40: Das ist passiert

Der Fahrer (41) war laut Polizei „deutlich alkoholisiert“, als sein Tanklastzug am vergangene Woche Donnerstag gegen die Brücke knallte. Riesengroße Stichflammen stiegen auf, „die Kammern des Tankzuges explodierten alle fünf bis acht Minuten und dann ergossen sich die Flammen auf die Fahrbahn – wie Lava“, berichtete Anwohner Hans-Peter Raddatz. Die Hitze hatte die Brücke abbruchreif gemacht.

Der Fahrer aus Essen wurde schwer verletzt, konnte aber mittlerweile das Krankenhaus verlassen. Auch ein 60-jähriger Autofahrer, der bei dem Unfall ebenfalls schwere Verletzungen erlitten hat, befindet sich wieder zu Hause.

Das Ministerium hat eine Task Force eingerichtet, bei der auch die Deutsche Bahn, der Landesbetrieb Straßenbau, die Verkehrszentrale Nordrhein-Westfalen und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) beteiligt sind.

(tom/hw/K.M./ale/mk)

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