Düsseldorf. Nach dem Verzicht auf den Landesvorsitz der SPD wird Thomas Kutschaty auch auf den Fraktionsvorsitz verzichten. Aber noch nicht gleich.

Der als NRW-SPD-Chef zurückgetretene Thomas Kutschaty wird die SPD-Landtagsfraktion noch für eine Übergangszeit weiterführen.

"Ich habe der Fraktion heute mitgeteilt, dass ich mein Amt als Vorsitzender der Landtagsfraktion zur Verfügung stellen werde", sagte Kutschaty am Dienstagmittag im Anschluss an eine Fraktionssitzung. Die Fraktion habe ihn geben, gemeinsam den Prozess für eine Neuwahl des Fraktionsvorsitzes zu gestalten. Der Wunsch nach einem "geordneten Übergang" sei unter den SPD-Landtagsabgeordneten groß, hieß es von Teilnehmenden.

Noch für "einige Wochen" an der Fraktionsspitze

"Dem komme ich gerne nach und trete daher nicht heute zurück, sondern werde einen Zeitplan mit den Kolleginnen und Kollegen besprechen, wie und wann wir eine Neuwahl organisieren wollen", erklärte der Essener. Die Rede sei aber nicht von mehreren Monaten, sondern von einigen Wochen, so der 54-Jährige. Erwartet wird die Wahl der Fraktionsspitze deutlich vor der Sommerpause und deutlich vor der Entscheidung, wer künftig die SPD-Landespartei führen wird, hieß es.

Die Frage, ob künftig eine Einzelperson die größte Oppositionsfraktion im Landtag leiten soll oder eine Doppelspitze, ist weiter offen. Am kommenden Freitag wollen die SPD-Abgeordneten in einer Arbeitssitzung einen Fahrplan zur Wahl des neuen Fraktionsvorsitzes entwerfen.

Kutschaty bleibt Abgeordneter und stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender

Thomas Kutschaty behält sein Landtagsmandat. Ob er nach der Osterpause noch einmal als Fraktionschef ans Rednerpult tritt, ist ungewiss. Der bis vor wenigen Tagen stärkste Mann in der NRW-SPD bleibt nach Informationen dieser Redaktion noch bis Dezember stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Danach könnte die Zahl der Bundes-Vize aktuellen Überlegungen zufolge ohnehin von fünf auf drei reduziert werden.