Impfungen

„Richtig und wichtig“: Ärztepräsident für Masern-Impfpflicht

Die Rufe nach einer Impfpflicht gegen Masern werden immer lauter.

Die Rufe nach einer Impfpflicht gegen Masern werden immer lauter.

Foto: Owen Humphreys/dpa

An Rhein und Ruhr.   Zwei NRW-Minister sprechen sich für eine Impfpflicht aus. Ärztepräsident Montgomery ist dafür – weiß aber nicht, wie das umgesetzt werden kann.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery begrüßt die politischen Vorstöße zur Einführung einer Impfpflicht. Es sei „sehr richtig und sehr wichtig“, dass sich nun auch Minister aus NRW dafür aussprächen, sagte Montgomery unserer Redaktion.

Zuvor hatten sich Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Landesfamilienminister Joachim Stamp (FDP) für eine Impfpflicht ausgesprochen.

Impfung als „Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber“

Impfungen seien auch eine „Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber“, betonte der Ärztepräsident. Unklar sei ihm aber, wie eine Impfpflicht umgesetzt werden könne. „Man kann verbieten, dass ungeimpfte Kinder in den Kindergarten gehen, weil sie eine Gefahr für andere sind. Aber wir haben eine Schulpflicht.“

Es bliebe wohl nur ein Appell an die Vernunft. „In unserem freiheitlichen Staat kommen Sie nicht ohne die Beteiligung der Eltern aus“, so Montgomery.

Zuvor hatte Landesfamilienminister Joachim Stamp der „Rheinischen Post“ gesagt: „Ich bin für eine generelle Impfpflicht – das gilt auch für Kindergärten.“

Auch Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann sprach sich für eine Impfpflicht aus. „Ich habe Bundesgesundheitsminister Spahn auch ausdrücklich meine Unterstützung für seine Prüfung zugesichert, wie diese umgesetzt werden kann“, so Laumann.

Zu geringe Impfquote bei Kleinkindern

In NRW haben nur 79,2 Prozent der Kinder bis zu ihrem 24. Lebensmonat die zweite Masernimpfung erhalten. Das berichtete das Landesgesundheitsministerium auf Anfrage unserer Redaktion.

Die „Ständige Impfkommission“ geht aber davon aus, dass eine Rate von 95 Prozent nötig ist, um eine ausreichende Immunisierung der Bevölkerung zu erreichen. Bei den Schuleingangsuntersuchungen haben bereits 94,1 Prozent der Kinder die zweite Masernimpfung.

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